Eigentlich stand ein Termin für die „Grünen Gartengespräche“ mit Gartenfachberater Günter Gregg auf dem Programm. Doch bevor die monatliche Gartensprechstunde begann, nahmen sich der Vorsitzende des Dortmunder Schrebergartenvereins 1906 e. V., Ullrich Winden, und Fachberaterin Hanne Winden Zeit für einen Rundgang durch die traditionsreiche Anlage und zeigten, warum der Schrebergarten 06 weit mehr ist als eine Ansammlung gepflegter Parzellen.
Der Schrebergarten 06 an der Tewaagstraße gilt als älteste Kleingartenanlage in Westfalen-Lippe. Seit 1906 besteht der Verein und zählt heute 133 Pächter sowie insgesamt 267 Mitglieder. Hinzu kommen 122 Kinder unter 14 Jahren. Die rund 6,7 Hektar große Anlage liegt mitten in der Innenstadt-Ost zwischen B1, Märkischer Straße und Semerteichstraße und ist die einzige Kleingartenanlage Dortmunds mit direktem U-Bahn-Anschluss.
Während des Rundgangs wird schnell deutlich, wie viel ehrenamtliche Arbeit in der Anlage steckt. Erst vor wenigen Wochen wurde ein rund 500 Quadratmeter großer Hauptweg neu gepflastert. Gleichzeitig laufen bereits weitere Projekte. Darunter die schrittweise Modernisierung der Infrastruktur sowie Planungen für barrierefreie Bereiche und gemeinschaftlich nutzbare Einrichtungen.
Doch nicht nur die Pflege der Anlage steht im Mittelpunkt. Viel Wert legt der Verein auf Gemeinschaft. Überschüssiges Obst und Gemüse wird an einem Erntestand kostenlos weitergegeben, neue Pächter erhalten Unterstützung beim Einstieg in die Gartenarbeit und zahlreiche Angebote bringen die Mitglieder zusammen. Dazu gehören Kinderfeste, Pflanzentauschbörsen, gemeinsame Arbeitseinsätze und verschiedene Fachberatungen. Auch soziale Projekte finden ihren Platz: So bewirtschaftet der Träger PTV (Psychosozialer Trägerverbund Dortmund GmbH) gemeinsam mit seinen Besucherinnen und Besuchern einen Garten.
Nach dem Rundgang ging es in den Garten von Günter Gregg, wo die eigentlichen „Grünen Gartengespräche“ stattfinden. Die kostenlose Sprechstunde richtet sich an Vereinsmitglieder ebenso wie an Interessierte ohne eigenen Garten. Statt eines Vortrags steht der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Ob Gemüseanbau, Bodenpflege, Mischkultur oder naturnahes Gärtnern – Gregg beantwortet Fragen aus der Praxis und gibt Tipps für Anfänger wie erfahrene Hobbygärtner.
„Der Garten soll Entspannung sein – nicht Stress“, beschreibt Gregg seine Motivation. Mit den monatlichen Treffen möchte er vor allem Menschen ermutigen, die sich an ihren ersten eigenen Garten wagen oder ihr Wissen erweitern möchten.
Der Besuch zeigte eindrucksvoll, dass Kleingärten heute weit mehr sind als Orte der Selbstversorgung. Sie schaffen Begegnungen zwischen Generationen, fördern Nachbarschaft und bieten mitten in der Stadt Raum für Natur, Ehrenamt und Gemeinschaft. Genau das macht den Schrebergarten 06 seit mittlerweile 120 Jahren zu einem besonderen Ort in Dortmund.
Info: Die „Grünen Gartengespräche“ finden während der Gartensaison jeweils am ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr im Garten von Günter Gregg im Schrebergarten 06 (Tewaagstraße 13) statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

















