Nach elf Jahren im Kaiserviertel und 52 Jahren Selbstständigkeit verabschiedet sich die Goldschmiedin und Künstlerin Dagmar Schnecke-Bend – aber von Ruhestand will sie nichts wissen.
Wer an der Schmuck-Schnecke im Kaiserviertel vorbeiläuft, begegnet mehr als einem Schmuckgeschäft. Er begegnet einer Lebensgeschichte. Die Inhaberin Dagmar Schnecke-Bend, gebürtige Castroperin, kam einst der Liebe wegen nach Dortmund und blieb. Als gelernte Goldschmiedin machte sie sich vor 52 Jahren selbstständig, zunächst mit einer kleinen Werkstatt auf der Leopoldstraße, dann auf dem Wall, später auf der Hohen Straße und schließlich 28 Jahre lang in der Saarlandstraße. Seit elf Jahren ist das Geschäft im Kaiserviertel beheimatet – immer unter demselben Namen: Schmuck-Schnecke.
Angefangen hatte alles mit Schmuck, den sie selbst kreierte und herstellte, ob in Gold oder Silber. Später kamen kleine Antiquitäten dazu, die jedoch mit schwindendem Kundeninteresse wieder aus dem Sortiment verschwanden. Stattdessen rückte die Malerei in den Mittelpunkt.
Der Unruhestand beginnt
Mit 77 Jahren schließt Dagmar Schnecke-Bend nun die Türen der Schmuck-Schnecke. Doch das Wort „Ruhestand” lehnt sie entschieden ab. „In den Unruhestand gehe ich”, sagt sie mit einem Lächeln. Kunstprojekte sind bereits in Planung, und die Möglichkeit, bei einem befreundeten Kollegen weiterzuarbeiten, steht im Raum. Auch ein großes Gemeinschaftsbild aus Projekten mit Kindern soll noch einen würdigen Platz finden – geplant ist eine Übergabe an das SOS-Kinderdorf.
















