Vier Jahre nach dem ursprünglichen Vorstoß bewegt sich nun etwas am Spielplatz Am Westheck in Brackel: Die kleine Grünfläche, die zwischen den Häusern Nummer 30 und 32 zugänglich ist, soll ökologisch aufgewertet werden. Den Anstoß dazu hatte bereits im März 2022 die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Brackel gegeben. In ihrem Antrag schlug die Fraktion vor, gezüchtete und nicht-heimische Sträucher von geringem ökologischem Nutzen durch heimische Vogelschutzgehölze wie Weißdorn, Holunder oder Waldhasel zu ersetzen. Ergänzend sollten krautige Pflanzen und Blumenzwiebeln wie Bärlauch, Walderdbeeren oder Narzissen die Pflanzungen abrunden. Auch ein deutlich seltenerer Gehölzschnitt – statt jährlich nur noch alle fünf Jahre – stand auf der Wunschliste, ebenso wie Totholzhaufen, Benjeshecken und Rasengittersteine vor den Sitzbänken, um stehendem Wasser bei Regen entgegenzuwirken.
Eine Reaktion der Verwaltung ließ allerdings auf sich warten. Erst im April dieses Jahres legte das Grünflächenamt eine offizielle Stellungnahme vor, die nun in der Sitzung der Bezirksvertretung am 11. Juni 2026 zur Kenntnis genommen wurde.
Nicht alles ist umsetzbar
Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen sind inzwischen umgesetzt: In der ersten Märzwoche dieses Jahres wurden Gehölze ohne ökologischen Mehrwert – darunter Forsythie, Bambus und Ranunkelstrauch – entfernt. Die Bestellung heimischer Sträucher und krautiger Pflanzen soll zeitnah erfolgen. Blumenzwiebeln werden ebenfalls beschafft, allerdings erst im Herbst eingesetzt, da sie als Frühjahrsblüher zu dieser Jahreszeit gepflanzt werden. Auch die Rasengittersteine vor den Sitzbänken wurden bereits in Auftrag gegeben. Beim turnusmäßigen Rückschnitt der Gehölze setzt das Amt künftig auf eine bedarfsorientierte Lösung – beispielsweise dann, wenn Grundstücksgrenzen freizuhalten sind.
Nicht alle Wünsche aus dem Antrag konnten umgesetzt werden. Totholzhaufen und Benjeshecken hält das Grünflächenamt auf einem Kinderspielplatz für nur bedingt geeignet: Kinder und Jugendliche könnten das Material zum Spielen nutzen und auf der Fläche verteilen, was den ökologischen Gedanken letztlich konterkarieren würde. Auch zusätzliche Rasengittersteine als Zufahrt für den Sandbereich hält das Amt für entbehrlich, da der Sand nicht ausgetauscht, sondern lediglich jährlich von einer externen Firma maschinell gereinigt wird. Die eingesetzte Maschine sei dank großflächiger Reifen besonders bodenschonend unterwegs, das Nachfüllen von Sand erfolge nur bei Bedarf und mit der Schubkarre.
Erste Gedanken an weitere Projekte
Bei der antragstellenden Fraktion zeigt man sich mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden. „Das ist schon eine deutliche Verbesserung”, sagt Heide Kröger-Brenner von Bündnis 90/Die Grünen, die den Antrag damals eingebracht hat. Auch die Begründung der Verwaltung zu den Totholzhaufen sei nachvollziehbar. Etwas bedauerlich findet sie hingegen, dass auf einen weiteren Antrag der Fraktion bislang keine Rückmeldung erfolgt sei: Anstelle eines Metallzauns hätte man sich an der Zuwegung zum Spielplatz eine Hecke gewünscht. Über solche Themen hinaus denken die Grünen schon weiter – etwa über mehr Straßenbäume, eine mögliche Allee an der Hollandstraße zwischen Brackel und Asseln und weitere entsiegelte Schulhöfe. „Wo es möglich ist, sollte man es wirklich machen”, so Kröger-Brenner.

















