Wer denkt, ein Kronkorken sei nach dem Öffnen einer Flasche wertlos, liegt falsch. Das Ka!serliche Näh- und Repaircafé im Dortmunder Osten zeigt, wie aus dem kleinen Metalldeckel etwas Sinnvolles werden kann – und sammelt ab sofort Kronkorken und Metalldeckel von Glaskonserven für einen guten Zweck.
Die gesammelten Verschlüsse werden an die Initiative „Kronkorken für einen guten Zweck” der Kolpingfamilie Husen weitergeleitet, dort gereinigt, vom Kunststoff befreit und eingeschmolzen. Das entstehende hochwertige Weißblech dient anschließend etwa zur Herstellung von Karosserieteilen – der Erlös fließt dem Kinderhospiz in Unna zugute.
„Repaircafés erfreuen sich an zunehmendem Interesse – es ist ein gemeinschaftliches Projekt, das Nachhaltigkeit und Austausch verbindet”, sagt Birgit Mattern von der Nachbarschaftsinitiative Ka!sern, die das Café ins Leben gerufen hat. „Manche kommen sogar nur zum Kaffee trinken vorbei und quatschen.”
Hinter der Aktion steckt mehr als nur Recycling: Das Seniorenbüro Innenstadt-Ost ist Kooperationspartner des Cafés und engagiert sich seit zwei Jahren für das Sammeln verschiedener Wertstoffe. Neben Kronkorken wurden in der Vergangenheit bereits Weinkorken, Teelichthüllen aus Aluminium und Brillen gesammelt – allesamt Materialien, die sonst im Restmüll landen würden. „Unser Ziel ist es, Menschen für das Thema Nachhaltigkeit zu interessieren und den Kreislauf der Wiederverwendung aktiv am Laufen zu halten”, erklärt Annette Simmgen-Schmude vom Seniorenbüro Innenstadt-Ost.
Das Konzept kommt an – und das nicht nur wegen der Reparaturen. Längst ist das monatliche Treffen auch ein sozialer Treffpunkt geworden. Genau das macht den besonderen Charme dieser Initiative aus: Sie verbindet Nachhaltigkeit mit Nachbarschaft.
Das Ka!serliche Näh- und Repaircafé findet einmal im Monat in der Ricarda-Huch-Realschule, Prinz-Friedrich-Karl-Str. 72–78, statt – in der Regel am dritten Montag im Monat, jeweils von 15 bis 18 Uhr, außerhalb der Schulferien. Die nächsten Termine im ersten Halbjahr 2026 sind der 20. April, der 18. Mai und der 8. Juni.
„Wir sind gut vernetzt mit anderen Repaircafés – städtisch und sogar landesweit. Und es kommen immer wieder neue Cafés dazu”, so Annette Simmgen-Schmude. Wer selbst aktiv werden möchte, ist herzlich willkommen: Das Team freut sich jederzeit über neue Ehrenamtliche, die ihre Fähigkeiten einbringen möchten – ob Nähen, Elektronik oder anderes Handwerk.
Wer sich über alle Repair- und Nähcafés in ganz Dortmund informieren möchte, findet einen Übersichtsflyer auf der städtischen Website unter dortmund.de/themen/senior-innen oder kann ihn kostenlos beim Seniorenbüro abholen. Kontakt: Seniorenbüro Innenstadt-Ost, Tel. (0231) 50-2 78 00, .

















