In Asseln entsteht ein neuer Anlaufpunkt für alle, die Lebensmittel weitergeben oder kostenlos mitnehmen möchten: Ramona Liesener und ihr Mann stellen in Zusammenarbeit mit foodsharing Dortmund e. V. in ihrem Vorgarten einen sogenannten Fairteiler auf – einen offenen Schrank, an dem überschüssige Lebensmittel abgegeben und ohne Voraussetzungen wieder mitgenommen werden können. Für Asseln ist es das erste Angebot dieser Art, auch in der weiteren Umgebung gibt es bislang nur wenige Standorte.
Die Idee entstand aus einem bereits bestehenden Projekt: Schon im vergangenen Sommer hatte das Ehepaar einen Verschenkeschrank im Vorgarten aufgestellt, in dem Gegenstände einen neuen Besitzer finden können. „Wir hatten ja jetzt nicht nur Sachen, die irgendwie einen neuen Besitzer brauchen. Wir hätten ja vielleicht auch Lebensmittel, die immer gebraucht werden”, erinnert sich Liesener an die ersten Überlegungen. Der Anstoß kam unter anderem durch einen Fairteiler im benachbarten Brackel, an dem die Familie regelmäßig vorbeikommt.
Über die Kontakte ihres Mannes, der eine Zeit lang selbst bei foodsharing Dortmund aktiv war, wurde Anfang des Jahres die Anfrage gestellt. Die Rückmeldung kam prompt: foodsharing sei stets auf der Suche nach Menschen, die Platz und Engagement für ein solches Projekt mitbringen. Dass der Schrank auf einem Privatgrundstück steht, wertet die Organisation als Vorteil – viele andere Fairteiler in Dortmund sind als mobile Fahrradanhänger in der Innenstadt unterwegs.
Bewusst entschied sich das Ehepaar gegen einen Standort am Hellweg. „Da ist immer die Gefahr von Vandalismus”, so Liesener. Der ruhige Vorgarten bietet hier deutlich bessere Bedingungen. Zum Start handelt es sich um einen klassischen Schrank für trockene, ungekühlte Lebensmittel. Ein Stromanschluss für einen späteren Kühlschrank wäre zwar vorhanden, ob das angesichts der sommerlichen Temperaturen im Vorgarten sinnvoll ist, muss sich allerdings noch zeigen.
Bis es losgehen kann, war einiges an Vorbereitung nötig: Der Fairrteiler musste gekauft, das Fundament gelegt, Regale eingebaut und Körbe besorgt werden. Auch der Austausch mit foodsharing zog sich über mehrere Monate, denn für Lebensmittel gelten andere Vorgaben als für einen Zu-Verschenken-Schrank. Inzwischen sind die Aufbauarbeiten abgeschlossen, die Hinweisschilder hängen, und eine hauptverantwortliche Person ist gefunden. Reinigung und Pflege liegen vollständig in den Händen von foodsharing. Aktuell werden noch Freiwillige gesucht, die sich um das tägliche Saubermachen kümmern – eine Anmeldung ist über die Internetseite der Organisation möglich. Zu finden ist der Verteilschrank dann bald am Erlemannsweg 21.
Der Start ist für Anfang kommender Woche geplant. Familie Liesener blickt der Eröffnung gespannt entgegen: „Wir sind mal gespannt, ob sich noch Leute finden, die beim Sauberhalten mithelfen.” Ein gut funktionierender Fairteiler in Asseln könnte schon bald eine echte Lücke im Dortmunder Osten schließen.

















