Ein traditionsreicher Standort, ein bekannter Name und ein neuer Inhaber mit klarer Haltung zum Handwerk. Zum 1. Januar hat Matthias Heyden den Dortmunder Steinmetzbetrieb Asbeck übernommen. Aus der früheren „Steinbildhauerei Frank Asbeck“, die am Standort fast drei Jahrzehnte lang bestand, wurde „Grabmaler Asbeck“. Für Kundinnen und Kunden bleibt damit vieles vertraut, während hinter den Kulissen ein Generationenwechsel vollzogen ist.
Heyden ist Steinmetz aus Überzeugung. Seine Idee zur Selbstständigkeit reicht weit zurück: Bereits 2004, zu Beginn seiner Ausbildung, stand für ihn fest, dass er eines Tages einen eigenen Betrieb führen möchte. Was lange eine „Spinnerei“ blieb, wurde über die Jahre ein konkreter Plan. Nach rund 20 Jahren Berufserfahrung im Steinmetzhandwerk, überwiegend im Raum Recklinghausen, entschied sich Heyden, seinen Weg bewusst vorzubereiten. Ergänzend zur handwerklichen Praxis wechselte er vor einigen Jahren in den kaufmännischen Bereich und arbeitete beim Großsteinhandel, um Marktmechanismen und Betriebsabläufe noch besser zu verstehen.
Der entscheidende Impuls kam schließlich über persönliche Kontakte: Der Betrieb Asbeck suchte eine Nachfolge. Heyden schaute sich den Standort an, lernte die Familie Asbeck kennen – und entschied sich nach intensiven Gesprächen für die Übernahme. Ein Jahr lang arbeitete er bereits mit Frank und Silvia Asbeck zusammen im Betrieb. Für ihn ein wichtiger Schritt, um Dortmund, die riesigen Friedhöfe und die städtischen Abläufe kennenzulernen. „Friedhof ist nicht gleich Friedhof“, sagt Heyden. Zwar sei das Handwerk überall ähnlich, doch die Zusammenarbeit mit Kommunen, Regelungen und Abläufe unterschieden sich von Stadt zu Stadt. Gerade diese Phase habe ihm Sicherheit für den Neustart gegeben.
Heute führt er den Betrieb am Rennweg gemeinsam mit zwei Angestellten, die er übernommen hat. Seine Frau unterstützt ihn in der Buchhaltung. Wohnen bleibt die Familie weiterhin in Recklinghausen – der Weg nach Dortmund ist kurz, der Lebensmittelpunkt der Familie klar verankert.
Inhaltlich setzt Grabmaler Asbeck weiterhin auf individuelle Gestaltung. Die Grabsteine werden heute meist als Rohlinge aus dem Ausland bezogen, aus Indien, China oder anderen Ländern, teilweise auch aus deutscher Produktion. In der Werkstatt vor Ort erhalten sie ihre persönliche Prägung: Inschriften, Ornamente, Bilder oder Symbole, die das Leben der verstorbenen Person widerspiegeln. „Der Stein soll Persönlichkeit tragen“, sagt Heyden. Beratung versteht er dabei nicht als Verkaufsdruck, sondern als Begleitung. Die Entscheidung liege bei den Angehörigen – umgesetzt werde sie handwerklich präzise und im Rahmen der Vorgaben der Stadt Dortmund.

Dass der Name Asbeck erhalten bleibt, war für alle Beteiligten eine bewusste Entscheidung. Der Betrieb ist im Stadtteil bekannt, die Familie Asbeck unterstützte die Weiterführung ausdrücklich. Für Heyden ist das auch ein Zeichen von Respekt vor der Geschichte des Hauses – und ein Statement für die Zukunft eines Berufs, der zunehmend unter Nachwuchsmangel leidet. Viele Steinmetzbetriebe finden keine Nachfolger oder schließen. Für ihn ist genau das Motivation: das Handwerk weiterzuführen, aus Leidenschaft und aus Überzeugung.
So bleibt am Standort vieles gleich – und doch beginnt ein neues Kapitel. Grabmaler Asbeck steht weiterhin für handwerkliche Qualität, persönliche Beratung und einen sensiblen Umgang mit Menschen in einer besonderen Lebensphase. Nur das Gesicht dahinter ist neu.

















