Ein Gespräch mit Brackels Bezirksbürgermeister Dirk Sanke führt schnell mitten hinein in die Themen des Stadtbezirks. Es geht um Vereine und Bürgerinnen und Bürger, um konkrete Projekte, die Entwicklung der Quartiere und vor allem um die Frage, wie aus Ideen tatsächlich etwas entstehen kann.
Als Ansprechpartner für Vereine und Bürgerinnen und Bürger ist Sanke nach eigener Aussage viel im Stadtbezirk unterwegs. Zuhören, sich vor Ort ein Bild machen und anschließend an den Themen dranzubleiben, beschreibt er als einen wichtigen Teil seiner Arbeit. „Ich verspreche nichts, aber ich komme vorbei, höre zu und kümmere mich dann um die Situation“, erzählt er. Viele Vereine wüssten inzwischen, dass sie ihn direkt ansprechen können.
Anpassung an Klimawandel
Dabei hat er auch die langfristige Entwicklung des Stadtbezirks im Blick. Ein großes Thema ist für ihn die Anpassung an den Klimawandel. Öffentliche Plätze, Schulhöfe und Freiflächen sollen stärker unter den Gesichtspunkten Hitzeschutz, Begrünung und Entsiegelung betrachtet werden. Auch die Folgen von Starkregen beschäftigen ihn. Begrünte Dächer, neue Bäume und Hecken, Schwammstadt-Konzepte und eine bessere Speicherung von Regenwasser sind für ihn wichtige Bausteine einer zukunftsfähigen Entwicklung.
Dabei denkt er auch an die Orte, an denen Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen. Gerade in den heißen Sommermonaten werde deutlich, wie wichtig geeignete Räume und Aufenthaltsmöglichkeiten sind. Sichere Flächen, die von Eltern gut eingesehen werden können, gehören für ihn ebenso dazu wie attraktive öffentliche Räume, die von jungen Menschen genutzt werden können.
Erinnerungskultur und städtebauliche Entwicklung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erinnerungskultur. Seit vielen Jahren engagiert er sich für die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen und gegen Rechtsextremismus. Veranstaltungen rund um den 9. November, den 27. Januar oder weitere Gedenktage gehören für ihn selbstverständlich zur Arbeit im Stadtbezirk. Sein politisches Engagement gegen rechte Strukturen reicht dabei weit zurück.
Auch die städtebauliche Entwicklung Brackels beschäftigt ihn. Projekte wie die geplante Entwicklung des Tedi-Areals mit Wohnraum sieht er als Chance für den Stadtbezirk. Gleichzeitig möchte er die vorhandenen Freiräume erhalten und aufwerten. Das Brackeler Feld, die landwirtschaftlich geprägten Bereiche sowie die Wald- und Grünflächen seien wichtige Bestandteile der Lebensqualität im Stadtbezirk.
Was sich durch all diese Themen zieht, ist sein Verständnis von kommunaler Politik: Nicht alles lasse sich sofort umsetzen, aber man müsse an den Dingen dranbleiben, Gespräche führen und nach Lösungen suchen. Gerade im Zusammenspiel mit Verwaltung, Vereinen, Wirtschaft und Bürgerschaft sieht er seine Aufgabe auch darin, Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Neue Ideen ausprobieren
Dieses Verständnis prägt auch seine Vorstellung vom Stadtbezirksmarketing. Dieses soll künftig noch breiter aufgestellt werden und nicht nur einzelne große Projekte unterstützen. Dort, wo frühere Gewerbevereine oder Interessengemeinschaften heute nicht mehr die gleichen Möglichkeiten haben, könne das Stadtbezirksmarketing eine wichtige Rolle übernehmen.
Ein Beispiel dafür ist der Asselner Strand, der trotz schwieriger Wetterbedingungen auf große Resonanz stieß und nach seiner Vorstellung perspektivisch auch auf Brackel und Wambel ausgeweitet werden könnte. Mit dem Friedhofszauber am Hauptfriedhof ist bereits das nächste besondere Veranstaltungsformat geplant. Der Hauptfriedhof soll dabei nicht nur als Friedhof, sondern auch als besonderer Erlebnis- und Veranstaltungsort wahrgenommen werden.
Für das Stadtbezirksmarketing findet der Bezirksbürgermeister deshalb eine klare Beschreibung: „Wir sind Möglichmacher und nicht Verhinderer.“ Neue Ideen sollen ausprobiert werden. Nicht jedes Projekt müsse auf Anhieb perfekt sein – entscheidend sei, Dinge überhaupt anzustoßen und Erfahrungen zu sammeln.
Neuer Auftritt
Passend zu dieser Weiterentwicklung bekommt das Stadtbezirksmarketing nun auch einen neuen Auftritt. Das neue Logo und die neuen Merchandising-Artikel sollen künftig stärker für den Stadtbezirk und seine Aktivitäten sichtbar werden. Beim gemeinsamen Fototermin präsentierten Bezirksbürgermeister Dirk Sanke (von links) und Andrea Kohls vom Jugendamt Dortmund die neuen Materialien.
Damit schließt sich der Kreis: Im Mittelpunkt steht für Dirk Sanke die Frage, was im Stadtbezirk möglich gemacht werden kann und wie aus Ideen konkrete Projekte werden.

















