Das Dortmunder Unternehmen eb24 hat seinen Standort am Brackeler Hellweg verlassen und ist an die Semerteichstraße gezogen. Für Gründer und Inhaber Robert Gatnar ist der Umzug nicht nur ein Wechsel der Adresse. In den neuen Räumen soll künftig auch ein Ort für Austausch, Veranstaltungen und die Vernetzung von Unternehmen entstehen.
Wer mit Robert Gatnar über eb24 spricht, merkt schnell: Die Geschichte des Unternehmens beginnt deutlich kleiner, als es der heutige Standort vermuten lässt.
Ideen umsetzen und unabhängig arbeiten
Am 5. Januar 2010 machte sich Gatnar selbstständig. Zuvor hatte er bei Daimler gearbeitet und sich schon damals intensiv mit Technik, Computern und digitalen Lösungen beschäftigt. Der Wunsch, eigene Ideen umzusetzen und unabhängiger zu arbeiten, führte schließlich in die Selbstständigkeit.
Die ersten Jahre waren geprägt von Telekommunikation. Gatnar verkaufte Verträge, gestaltete seine Werbung selbst und kümmerte sich anschließend auch um die technische Installation bei den Kund*innen. Vieles lief direkt vor Ort. Mit der Zeit sprach sich herum, dass er nicht nur Verträge vermitteln, sondern auch technische Probleme lösen konnte.
Aus den ersten Aufträgen entwickelte sich nach und nach ein Unternehmen. Kund*innen fragten beispielsweise nach Unterstützung bei der Einrichtung ihrer Smartphones, nach Zubehör oder nach Hilfe bei technischen Problemen. 2013 eröffnete eb24 deshalb ein eigenes Ladenlokal.
Seitdem hat sich das Unternehmen deutlich weiterentwickelt. Heute gehören neben Telekommunikation auch Energie, IT, Digitalisierung, Datenschutz und weitere technische Dienstleistungen zum Arbeitsbereich von eb24.
Persönliche Beratung als Grundlage
Dabei beschreibt Gatnar seinen Ansatz vor allem als persönliche und individuelle Beratung. Wenn er zu einem Unternehmen kommt, gehe es zunächst darum, sich die Situation genau anzuschauen: Wie ist die IT aufgebaut? Welche Software und Hardware wird eingesetzt? Wie steht es um Sicherheit und Datenschutz? Und welche digitalen Lösungen sind für das jeweilige Unternehmen überhaupt sinnvoll?
Erst anschließend werde über konkrete Lösungen gesprochen.
Auch bei Energieverträgen sieht Gatnar einen Schwerpunkt in der persönlichen Beratung. Kund*innen sollen nicht nur einen Tarif auswählen, sondern verstehen, welche Bedingungen damit verbunden sind. Nach seinen Angaben unterstützt eb24 deshalb unter anderem auch bei der Prüfung von Rechnungen und Verträgen.
Dass daraus langfristige Beziehungen entstehen, ist für Gatnar ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensgeschichte. Teilweise betreut eb24 inzwischen mehrere Generationen einer Familie.
Schwierige Standortsuche
Der Weg zum neuen Standort war allerdings nicht immer einfach. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen an verschiedenen Standorten unter anderem mit Wasserschäden, Problemen mit der Lüftung und Platzmangel zu kämpfen. Zeitweise wuchs das Team auf rund 25 Mitarbeitende an. Die bisherigen Räume waren dafür zunehmend ungeeignet.
Heute arbeitet eb24 mit neun Mitarbeitenden. Die neuen Räumlichkeiten an der Semerteichstraße bieten nun wieder mehr Platz und sollen gleichzeitig Möglichkeiten für weiteres Wachstum schaffen.
Für Gatnar sind dabei auch scheinbar kleine Dinge wichtig. Auf die Frage, was ihn an den neuen Räumen persönlich besonders stolz mache, nennt er zunächst die Fenster. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre bedeuten ihm helle Räume, frische Luft und Außenflächen offenbar mehr als nur eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Auch für die Mitarbeitenden sollen die neuen Räume ein Ort sein, an dem sie sich gerne aufhalten.
Ein besonderer Teil des neuen Standorts entsteht im hinteren Bereich: das geplante Nexus Center
Hier sollen künftig Workshops, Schulungen, Veranstaltungen und Netzwerktreffen stattfinden. Themen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Datenschutz, Energie und digitale Souveränität sollen dabei eine Rolle spielen. Unternehmen sollen die Räumlichkeiten außerdem für eigene Veranstaltungen nutzen können.
Gatnar geht es dabei um mehr als die Vermietung eines Veranstaltungsraums. Er möchte einen Ort schaffen, an dem Dortmunder Unternehmen und Selbstständige miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.
Gerade kleinere Unternehmen hätten nicht immer die Möglichkeit, eigene professionell ausgestattete Veranstaltungsräume für Workshops oder kleinere Business-Veranstaltungen zu nutzen. Das Nexus Center soll hier eine zusätzliche Möglichkeit schaffen.
Der Gedanke einer starken Community zieht sich dabei durch Gatnars Vorstellungen für den neuen Standort. Wer beispielsweise Unterstützung bei einem Thema wie Datenschutz, Digitalisierung oder Energie benötigt, könnte über das Netzwerk einen passenden Kontakt finden. Nicht jede Verbindung müsse dabei unmittelbar zu einem Geschäft führen.
Stärken der Mitarbeiter erkennen
Auch Ausbildung und Quereinstieg gehören zur Geschichte von eb24. Seit 2014 bildet das Unternehmen nach eigenen Angaben regelmäßig aus. Gleichzeitig arbeiten dort Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. Gatnar betont, dass es ihm dabei vor allem darum gehe, die Stärken einzelner Mitarbeitender zu erkennen und passende Aufgaben zu finden.
Für die kommenden Jahre hat Gatnar deshalb vor allem eine Vorstellung: Der neue Standort soll sich weiterentwickeln und Raum für Begegnungen bieten.
Mit dem Umzug an die Semerteichstraße hat eb24 nun die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, um neben dem eigenen Geschäft auch neue Begegnungen zu ermöglichen. Ob daraus tatsächlich der geplante Treffpunkt für Unternehmen wird, wird die Zukunft zeigen. Die Idee dahinter steht jedenfalls fest: mehr Austausch, mehr Netzwerk und ein Ort, an dem aus Kontakten vielleicht auch neue Ideen entstehen.

















