Dezentes Klavierspiel im Hintergrund, klimpernde Sekt-und O-Saft-Gläser, es werden Häppchen gereicht – denn an den Wänden hängt neue Kunst: „Die andere Wirklichkeit“ heißt die Ausstellung“ im Kulturzentrum Balou in Brackel. Nicht ein Künstler stellt aus, eine ganze Künstlergruppe, LensArt heißt sie, neun Dortmunder Fotograph*innen. Keine Fotos im klassischen Sinn, sondern experimentelle Fotographien, vielfach bunt, verwischt, abstrakt anmutend, so dass der Betrachter manchmal erst beim zweiten oder dritten Hinsehen das eigentliche Motiv erkennt.
Da ist zum Beispiel eine Allee im Rombergpark; auf dem Foto wirkt sie wie ein warmes Gefühl, ein Spiel von Licht und Farbe. Die häufig verwendete Technik bei dieser Form der Kunstfotographie: Eine lange Belichtungszeit, während der Fotograph die Kamera bewegt. So wirken die Werke teils wie verwischte Aquarelle, und das eigentliche Motiv tritt in den Hintergrund.
Ist das große Kunst – oder bloß Vorort-Wischiwaschi? Die Antwort darauf überlasse ich den Kunst-Experten, ich selbst bin nur so etwas wie der Bindestrich bei dem Begriff ‚Kultur-Banause‘, kein echter Kenner also, aber was da bis Mitte März an den Wänden des Balou hängt, mag ich zum großen Teil wirklich sehr.

















