Im Schaufenster von „Hair Flair“ am Wambeler Hellweg hängt ein Teamfoto. Darauf, in einem weiteren Bilderrahmen, ist Avni Manaj zu sehen. Er starb im September 2025 im Alter von 27 Jahren an den Folgen eines epileptischen Anfalls – und hinterließ eine Lücke, die sich nicht schließen lässt.
Avni Manaj kam 2016 als Flüchtling aus Albanien nach Deutschland. Inhaberin Chantal Schulze nahm ihn als ersten Auszubildenden auf. Er war keine 18 Jahre alt, hatte keine Familie hier, sprach kaum Deutsch. Das Team half ihm beim Ankommen: Zur Berufsschule oder Behördenterminen wurde er von den Kolleginnen gebracht. Er lernte das Handwerk von Grund auf und brachte dabei einen Ehrgeiz mit, der alle überraschte.
Mit der Zeit wurde er zur tragenden Säule des Salons. Er war ein Mensch der immer zuerst an andere und dann an sich selbst dachte, erzählt Chantal Schulze. Den Führerschein machte er in Dortmund. Die Meisterprüfung hatte er für Januar 2026 geplant.
Nach seinem Tod sammelte das Team 16.600 Euro, flog fast vollständig zur Beerdigung nach Albanien und begleitete ihn auf dem letzten Weg – zweieinhalb Stunden hinauf in die Berge, wo seine Mutter begraben liegt.
Sein Foto hängt weiter im Schaufenster. Chantal Schulze sagt, ohne ihn sei der Salon nicht mehr derselbe. Ein Herzensmensch fehlt und dennoch wird er immer Teil des Wambeler Salons bleiben.

















