Im Dortmunder Stadtteil Wellinghofen ist aus einer notwendigen Renovierung ein preisgekröntes Kunstprojekt geworden. Die Fassade von „Das kleine Fotostudio by Karin Datsis“ wurde in den vergangenen Wochen aufwendig neugestaltet und gehört inzwischen zu den fünf prämierten Fassaden des 51. Dortmunder Fassadenwettbewerbs.
Von der Sanierung zur kreativen Idee
„Das Haus musste ohnehin gestrichen werden“, erzählt Fotografin Karin Datsis. Gemeinsam mit dem Dortmunder Malerbetrieb Drewes und mit Unterstützung des Farbenherstellers Brillux entstand daraus die Idee, die Hauswand nicht einfach neu zu streichen, sondern sie zu einem besonderen Blickfang zu machen. Rund zwei Wochen arbeiteten drei Fachkräfte an der Umsetzung. Für Datsis stand dabei nicht nur die optische Aufwertung des Gebäudes im Vordergrund. „Ich habe mir gewünscht, dass die Fassade etwas Besonderes wird und gleichzeitig zeigt, was modernes Malerhandwerk leisten kann“, sagt sie.
Eine Hommage an die Eltern
Eine besondere Bedeutung hat das Motiv selbst. Das auf der Fassade dargestellte Fußgänger-Pärchen zeigt die Eltern der Fotografin. „Mit dem Motiv wollte ich meine Eltern ehren“, erklärt Datsis. „Sie haben mich mein ganzes Leben begleitet und unterstützt. Deshalb war schnell klar, dass sie einen Platz auf dieser Fassade bekommen sollen.“ Da sich ihr Fotostudio direkt im Gebäude befindet, verbindet das Kunstwerk für die Wellinghoferin berufliche und private Geschichte miteinander.
Wellinghofen und Dortmund im Blick
Neben dem persönlichen Hintergrund spielte auch die Verbundenheit zum Stadtteil eine wichtige Rolle. „Ich wollte etwas schaffen, das nicht nur für mich, sondern auch für Wellinghofen und Dortmund einen Mehrwert hat“, sagt Datsis. „Es ist schön, wenn Menschen stehen bleiben, die Fassade betrachten und darüber sprechen.“ Die neugestaltete Hauswand soll dazu beitragen, das Stadtbild aufzuwerten und gleichzeitig Aufmerksamkeit für kreatives Handwerk zu schaffen.
Auszeichnung beim Fassadenwettbewerb
Dass die Idee gut ankommt, zeigt auch die Auszeichnung beim 51. Dortmunder Fassadenwettbewerb. Insgesamt wurden 60 Fassaden eingereicht, die von Malerbetrieben aus den Innungen Dortmund, Hagen und Unna gestaltet worden waren.
Eine siebenköpfige Jury aus Vertretern des DMB Mieterbundes Dortmund, der EDG, von Haus & Grund Dortmund, der Sparkasse Dortmund, der Maler- und Lackierer-Innungen sowie der Stadt Dortmund bewertete die eingereichten Objekte zunächst anhand von Fotos und anschließend bei einer Rundfahrt durch das Stadtgebiet. Am Ende wurden fünf Fassaden mit einem Geldpreis ausgezeichnet – darunter auch die Gestaltung am Fotostudio von Karin Datsis.
„Über die Auszeichnung habe ich mich natürlich sehr gefreut“, sagt die Fotografin. „Vor allem, weil so viele Menschen und Betriebe an diesem Projekt beteiligt waren. Das ist eine schöne Anerkennung für alle, die daran mitgewirkt haben.“

















