In der Hörder Kaffeerösterei Hakondo ist seit Kurzem mehr zu finden als frisch gerösteter Spezialitätenkaffee. Zwischen Kaffeesäcken und Röstmaschine hat eine kleine Pop-up-Concept-Store-Ecke Einzug gehalten – initiiert von Carla Zombek, Tochter der Inhaberin Ulrike Zombek und erfolgreiche Content Creatorin mit 215.000 Followern auf TikTok und rund 156.000 auf Instagram.
„Kaffee kann mehr als das, was man industriell kaufen kann“, erzählt Ulrike Zombek. Die 58-Jährige ist seit Jahrzehnten Kaffeeliebhaberin und betreibt ihre eigene Rösterei in Hörde an der Wellinghofer Str. 15 seit November 2019. Zuvor war sie lange in der Industrie aktiv, wollte sich aber bewusst neu ausrichten. „Ich kaufe Rohkaffees als Sackware, viele aus kleinen Kooperativen und Projektzusammenhängen. Mir ist wichtig, sortenrein zu rösten. Geblendet wird – wenn überhaupt – erst im Nachgang.“
Verkauft wird der Kaffee über den eigenen Online-Shop, im Werksverkauf an mehreren Tagen in der Woche sowie an ausgewählte Gewerbekunden. Auch kleine Eigenmarken-Auflagen mit individuellem Etikett sind möglich. „Wir machen hier alles selbst im Haus. Deshalb können wir auch kleine Stückzahlen realisieren, wo andere längst abwinken“, erklärt Zombek.

Von der Social-Media-Idee zur Realität
Die Idee, das Sortiment um eine Concept-Store-Ecke zu erweitern, kam von Tochter Carla Zombek. Die 21-Jährige arbeitet hauptberuflich im Social-Media-Bereich, produziert Reise- und Lifestyle-Content und besucht regelmäßig Concept-Stores in deutschen Großstädten. „Ich sehe ständig, was gerade gefragt ist – vor allem bei der Gen Z“, sagt sie. „Viele Läden haben nach ein paar Monaten immer noch dieselben Produkte. Ich wollte etwas Kuratiertes, das sich regelmäßig verändert.“
Was als kreativer Gedanke begann, wurde nun konkret: In einer kleinen, bewusst überschaubaren Ecke finden sich ausgewählte Accessoires, Karten, Tassen oder Geschenkideen – darunter auch der gemeinsame „Greta“-Kaffee, benannt nach Carlas Dackel. Pro verkaufter Packung wird ein Euro gespendet. „Wir haben so schon ein paar hundert Euro gesammelt“, berichten sie. Künftig wolle man gemeinsam mit der Kundschaft entscheiden, welche lokale Organisation in Dortmund unterstützt wird. „Uns ist wichtig, dass es hier vor Ort bleibt.“

Viele Interessierte besuchen die Eröffnung
Zur offiziellen Eröffnung war der Andrang groß. „Wir hatten die ganze Bude voll“, erzählt Zombek. „Teilweise standen 30 Leute draußen.“ Bemerkenswert sei die Altersstruktur gewesen. „Es kamen 14-, 15-Jährige – aber auch ganz viele über 40 oder 60. Das war total generationsübergreifend.“ Viele Besucherinnen und Besucher seien über Social Media aufmerksam geworden, andere aus der Stammkundschaft der Rösterei.
„Fast alle haben zusätzlich Kaffee gekauft“, sagt Ulrike Zombek begeistert. „Entweder sie kamen wegen der neuen Produkte und gingen mit Kaffee – oder umgekehrt.“ Genau dieser Effekt sei erhofft worden. Die Pop-up-Ecke solle neue Zielgruppen ansprechen, ohne das Kerngeschäft aus dem Blick zu verlieren.
Carla Zombek sieht in dem Projekt auch eine langfristige Perspektive. Ihr Management denke bereits über eigene Marken und kleinere Produktlinien nach. „Man braucht ja irgendwann auch einen Ort, wo man das gesehene anfassen kann. Warum nicht hier?“ Hörde könne so zum Anlaufpunkt für follower und neugierige werden.
So entsteht bei Hakondo ein Ort, an dem sich handwerkliche Röstkunst und digitale Reichweite begegnen. „Wir wollten es einfach ausprobieren“, erzählen die Zombeks. „Und es fühlt sich gerade sehr richtig an.“
Das Hakondo hat Dienstags, Mittwochs und Donnerstag von 14 bis 18:00 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat von 9:30 bis 13:30 geöffnet.

















