Ein Experiment. Sich gegenüberstellen, Verbindung aufnehmen, sich kennenlernen. Die Schätze im Verborgenen erkennen und bewahren. Sichtbare
Oberfläche und verborgene Tiefe. Innehalten. „Darin ist Leben enthalten“ – sowohl Eilike Schlenkhoff als auch Thomas Autering halten stets die Balance zwischen Gegenstand und Abstraktion, ohne dass ihre Werke je an Tiefe einbüßen müssen.
In Thomas Auterings Zeichenserie Life und Neobiota zeigt der Künstler die Möglichkeitsformen von Samen und daraus keimenden Pflanzen, die sich in
den Proben verstecken, die der NASA-Rover Perseverance auf der sandigen Oberfläche des Mars sammelte. Autering fragt sich, wo die Sichtbarkeit des Auges endet. Immer wieder lotet er in seinen Zeichnungen die Grenzen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Raum und Fläche neu aus. Mit einem Grafitstift schöpft er das Potenzial der Eindimensionalität aus. Kraftvolle Linien und satte Striche überlagern sich, ohne je eine homogene Fläche zu bilden – immer bleibt das fiebrige Spiel der Bewegung. So schafft Autering trotz Abstraktion wieder Räumlichkeit.
Eilike Schlenkhoff entbindet die Kunst von ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Es gibt kein Thema, keine Botschaft, nur den alltäglich wiederkehrenden Prozess der Schöpfung. Schlenkhoffs malerische Ansätze sind vielfältig und lassen die Grenzen zwischen traditionsreicher, altmeisterlicher Malerei, Fotorealismus und Art Brut verschwimmen. „Es ist nur Farbe“, sagt der Verstand. Aber das Gefühl erzählt eine ganz andere Geschichte – die richtige Farbe im richtigen Moment lässt unser Herz höherschlagen oder erfrischt uns visuell. Hinter verschwommenen Farbflächen lassen sich manchmal Dinge, Personen oder Erinnerungen erahnen. Ist das bloße Einbildung? Vielleicht, denn die Werke von Eilike Schlenkhoff bleiben grenzenlos offen.
In ,,Wunderkammerflimmern“ präsentieren Eilike Schlenkhoff und Thomas Autering kleinformatige und mittelgroße Werke, einem Kammerspiel gleich. Nicht räumlich getrennt, sondern im Gegenteil – in engem Austausch miteinander und mit sich selbst. Flimmernd.
Der Friedrich7:
Der Verein im KulturQuartier Hörde e.V. betreibt, mitten in der Hörder Altstadt, den KulturLaden und die Produzentengalerie Friedrich7. Der Friedrich7 öffnet 2022 erstmals seine Türen und hat sich seither als beliebte Galerie für temporäre Ausstellungen, Workshops und Lesungen etabliert.
Daten:
,,Wunderkammerfl immern”
30. August bis 28. September 2025
Öffnungszeiten:
mittwochs, 16 bis 18 Uhr
samstags und sonntags, 14 bis 17 Uhr
Vernissage:
30. August, 17 Uhr
Finissage:
28. September, 14 Uhr
Veranstaltungsort:
Friedrich7
Friedrich-Ebert-Str. 7
44263 Dortmund
Künstler*innen:
Eilike Schlenkhoff, www.eilike.de
Thomas Autering, www.autering.com
Weitere Infos:
Website: www.kulturladenhoerde.de
Instagram: @kulturladen_hoerde

















