Noch bevor die laufende Spielzeit in der 2. Liga Pro auf die Zielgerade einbiegt, hat der TV Hörde eine richtungsweisende Grundsatzentscheidung getroffen. Der Verein wird nach dieser Saison – auch wenn man sich sportlich dafür qualifizieren sollte – freiwillig auf einen weiteren Verbleib in der zweithöchsten deutschen Spielklasse verzichten. Damit endet das Kapitel Profivolleyball auf diesem Niveau leider nach nur einem Jahr. Der überraschende Aufstieg stellte Spielerinnen, Trainerteam und Organisation zwar vor große Herausforderungen, doch trotz des sportlich schwierigen Verlaufs und des aufwendigen Spielbetriebs wurde und wird die Saison bewusst genutzt, um wertvolle Erfahrungen im anspruchsvollen Ligabetrieb zu sammeln. In der kommenden Saison ist nun die Rückkehr in die 2. Bundesliga Nord vorgesehen.
Wertvolle Erfahrungen
Sportlich bot die bisherige Saison wie erwartet nur wenig Grund zum Feiern: Zwei Siege aus 18 Spielen sprechen für sich. Zwar genießen laut Mittelblockerin Emma Neukirchen sowohl Mannschaft als auch Vereinsumfeld das Abenteuer in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, doch der Aufwand wird dem Ertrag auf diesem Niveau leider nicht immer gerecht: „Es ist etwas Besonderes und macht Spaß, gemeinsam nach Dresden oder München zu fahren und gegen so gute Teams anzutreten. Aber der Aufwand, der betrieben werden muss, ist natürlich deutlich größer“, erklärt Neukirchen.
Höhere Auflagen sowie zusätzliche Anforderungen an Halle, Spielbetrieb und mediale Präsentation bedeuten einen erheblichen organisatorischen und personellen Mehraufwand. Während die Pro-Liga konsequent auf Professionalisierung und Vermarktung ausgerichtet ist, bietet die 2. Bundesliga Nord dem TV Hörde deutlich besser planbare und vereinsgerechte Rahmenbedingungen.
Kampfansage zum Abschied
Auch im Kader wird sich zur nächsten Saison einiges ändern. Während das Trainerteam um Ex-Profi „Teee“ Slacanin auch im kommenden Jahr an Bord bleibt, verabschieden sich mehrere Spielerinnen aus privaten Gründen vom TV Hörde. Darunter auch Emma Neukirchen, die für ein Stipendium in die USA wechseln wird. Doch noch läuft die Saison – und ihr Siegeswille ist ungebrochen: „Wir wollen die Saison noch genießen und auf einem Nicht-Abstiegsplatz abschließen, das ist unser Ziel“, gibt sich die 19-Jährige kämpferisch.
Vor diesem Hintergrund erscheint der freiwillige Schritt zurück in die 2. Bundesliga Nord weniger als Rückzug, sondern vielmehr als strategische Entscheidung mit Blick auf langfristige Stabilität. Die gesammelten Erfahrungen aus der Pro-Saison sollen nun genutzt werden, um sich sportlich zu konsolidieren und den Frauenvolleyball in Hörde weiter gezielt voranzubringen.

















