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Home Hörde

Hördes Bezirksbürgermeister startet in seine zweite Amtszeit

Der Kurs: Ehrlichkeit und Pragmatismus statt großer Versprechen

von Wir in Dortmund (NK)
vor 11 Monaten
in Hörde, Politik
Lesezeit: 3 Minuten
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Michael Depenbrock freut sich auf die nächsten fünf Jahre als Bezirksbürgermeister von Hörde. 

(Foto: Wir in Dortmund)

Michael Depenbrock freut sich auf die nächsten fünf Jahre als Bezirksbürgermeister von Hörde. (Foto: Wir in Dortmund)

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Schon früh gab es Menschen, die ihm eine politische Laufbahn voraussagten. „Mein bester Freund hat immer schon gesagt, dass ich irgendwann in der Politik lande“, erinnert sich Hördes erneut gewählter Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock. Für ihn selbst fühlte sich das zunächst eher nach normalem Interesse an als nach besonderer Leidenschaft: „Klar war ich interessiert, aber dass ich mehr politisch interessiert war als andere, habe ich erst gar nicht so empfunden.“

Ein Schlüsselerlebnis hatte Depenbrock, als er sich für seinen Sohn die Grundschule „auf dem Höchsten“ ansah. Das Gebäude wirkte aus seiner Sicht so wenig einladend, dass er sich fragte, wie Kinder dort überhaupt für Schule und das Lernen begeistert werden sollten. Gespräche mit der Schulleitung und der Verwaltung sorgten schließlich dafür, dass das längst geplante Bauvorhaben Tempo aufnahm – heute steht der Neubau, auch wenn sein Sohn eine andere Grundschule besuchte. Für Depenbrock zeigt dieses Beispiel, wie auch aus persönlicher Erfahrung ein politisches Engagement entstehen kann.

Der konkrete Einstieg kam über die Familie: Seine Schwiegermutter, die früher stellvertretende Bürgermeisterin in Hörde war, ermutigte ihn, sich einzubringen. Ein halbes Jahr später wurde er in den Vorstand der Ortsunion gewählt – passend zu seinem Beruf als Steuerberater zunächst als Kassenprüfer. 2009 folgte der nächste Schritt, als sein Vorgänger ihn als neuen Fraktionssprecher in der Bezirksvertretung Hörde vorschlug. Für Depenbrock zunächst ein Sprung ins kalte Wasser, doch früh merkte er, wie unmittelbar Kommunalpolitik wirken kann. „Da habe ich mir gedacht: Okay, wenn das so funktioniert, dann ist das was für mich.“

CDU verbesserte ihr Wahlergebnis

Von 2009 bis 2020 war Depenbrock Fraktionssprecher, 2020 wurde er – nach jahrzehntelanger SPD-Dominanz – erstmals zum Bezirksbürgermeister gewählt und bei der vergangenen Wahl im Amt bestätigt. Dass die CDU in Hörde diesmal sogar leicht zulegen konnte, während viele andere Parteien deutliche Verluste hinnehmen mussten, führt er vor allem auf die Nähe zu den Menschen zurück. „Ich weiß gar nicht, ob alle wissen, dass ich bei der CDU bin, aber viele wissen, dass ich Bezirksbürgermeister bin.“

Ein Satz aus dem Wahlkampf ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben: „Du bist in Ordnung, dich wähle ich. Bei welcher Partei bist du eigentlich?“ Für Depenbrock ein Beleg dafür, dass auf kommunaler Ebene weniger die Bundes- und Parteipolitik zählt als die sichtbare Arbeit im Stadtteil selbst.

Sein politischer Stil bleibt pragmatisch: „Ich bin bewusst in der CDU, weil ich glaube, dass wir sehr pragmatische, vernünftige Politik machen – nicht zu ideologisch geprägt.“ Das zeigt sich aus seiner Sicht besonders bei Alltagsthemen. „Ich könnte natürlich sagen: Wir von der CDU lösen das. Können wir aber teilweise gar nicht“, betont er. Ehrliche Kommunikation sei dabei entscheidend: „Manchmal gibt es keine Lösung, manchmal nur kleine.“ Stattdessen gehe es darum, „innerhalb der geltenden Regeln kleine Verbesserungen zu erreichen“.

Dauerproblem: „Angstraum“ am Hörder Bahnhof

Statt einzelner großer Projekte betont Depenbrock die vielen kleinen Verbesserungen, die aus guter Zusammenarbeit im Stadtbezirk entstehen. Besonders stolz ist er auf die funktionierende Vernetzung zwischen Verwaltung, Vereinen, Initiativen und Politik. „Was Hörde ausmacht, ist, dass die Zusammenarbeit sehr vernünftig, sehr harmonisch funktioniert.“ In einem Resilienz-Workshop mit der TU Dortmund habe sich laut Depenbrock gezeigt, dass der Stadtbezirk auch in Krisensituationen vergleichsweise gut aufgestellt ist – nicht wegen einer großen Maßnahme, sondern durch viele funktionierende Verbindungen.

Kritisch sieht er den Bereich rund um den Hörder Bahnhof, den viele Menschen im Stadtteil wohl als unsicher empfinden. „Das ist ein Angstraum“, sagt Depenbrock offen. Dunkle Ecken, ein belasteter Durchgangsbereich und starker Geruch verstärkten das subjektive Unsicherheitsgefühl. Zwar sehe die Polizei statistisch keine außergewöhnliche Gefahrensituation, doch das helfe vielen Menschen vor Ort wenig.

„Mehr Helligkeit, bessere Reinigung und eine insgesamt attraktivere Gestaltung“ wünscht er sich – auch wenn vieles in der Verantwortung privater Eigentümer und der Bahn liege.

Familie und Ehrenamt

Den zeitlichen Spagat zwischen Privatleben, seinem Beruf als Steuerberater und dem Ehrenamt beschreibt Depenbrock als anspruchsvoll, aber machbar. Die Arbeit bestimmt den Alltag, politische Termine liegen überwiegend am Abend. Vor Ferien und Wahlkämpfen häufen sich Veranstaltungen, zwischendurch sei es aber auch ruhiger. Oft begleitet ihn seine Frau zu öffentlichen Terminen, um Beruf, Ehrenamt und Privatleben besser zu verbinden. Politik sei auch zu Hause ein alltägliches Thema: „Meine Familie verfolgt das Weltgeschehen aufmerksam, Diskussionen gehören bei uns dazu.“ Gemeinsam hat das Ehepaar einen erwachsenen Sohn, der derzeit studiert.

Auf die Frage, welches Urteil der Bürger er sich nach weiteren fünf Jahren im Amt wünschen würde, bleibt Depenbrock bescheiden. Wenn die Menschen in Hörde am Ende sagen könnten, er habe „gute Arbeit gemacht“, wäre das für ihn bereits ein sehr zufriedenstellendes Fazit.

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