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Home Hörde

Hüttenhospital senkt Emmisionen um 19,1 %

Komplette Dekarbonisierung im vollen Gang

von Wir in Dortmund (NK)
vor 3 Monaten
in Hörde
Lesezeit: 4 Minuten
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Das Hüttenhospital in Dortmund setzt verstärkt auf Klimaschutz und ein systematisches Energiemanagement. (Foto: Wir in Dortmund)

Das Hüttenhospital in Dortmund setzt verstärkt auf Klimaschutz und ein systematisches Energiemanagement. (Foto: Wir in Dortmund)

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Das Hüttenhospital in Dortmund setzt verstärkt auf Klimaschutz und ein systematisches Energiemanagement. Gemeinsam mit der ECOSPEED Deutschland GmbH hat das Krankenhaus ein umfangreiches Pilotprojekt zur Erfassung seiner CO₂-Emissionen abgeschlossen. Dabei wurden nicht nur Strom- und Gasverbräuche betrachtet, sondern nahezu die gesamte Wertschöpfungskette – von Medikamenten und Lebensmitteln über Verbrauchsmaterialien bis hin zur Mobilität von Beschäftigten und Patienten.

Die Grundlagen für diese Entwicklung wurden bereits vor mehreren Jahren gelegt. „2021 haben wir ganz behutsam damit begonnen, eine Energiepolitik aufzubauen“, berichtet der technische Leiter Dirk Schramme. Gemeinsam mit einem externen Fachunternehmen sei zunächst ein Messkonzept entwickelt worden. Es folgte ein Energieaudit, die Erfassung erster Verbrauchsdaten und regelmäßige Besprechungen über mögliche Verbesserungen.

Energiemanagement schon vor der Verpflichtung

Zu diesem Zeitpunkt war das Hüttenhospital als eigenständiges, vergleichsweise kleines Krankenhaus noch nicht dazu verpflichtet, ein umfassendes Energiemanagement aufzubauen. Trotzdem wurden frühzeitig Strom-, Wärme- und weitere Energiedaten gesammelt.

„Durch das Energieaudit haben wir herausgefunden, wo unsere Stärken und Schwächen liegen“, sagt Schramme. Auf dieser Grundlage entstanden konkrete Aktionspläne. Monat für Monat wurde geprüft, welche Maßnahmen technisch und wirtschaftlich umgesetzt werden können.

Mit den steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte und CO₂-Bilanzen gewann das Thema ab 2024 zusätzlich an Bedeutung. Für viele Krankenhäuser sei zunächst jedoch unklar gewesen, welche Daten benötigt werden und wie detailliert diese erfasst werden müssen. Schulungen der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen halfen dabei, die Anforderungen besser einzuordnen. In diesem Zusammenhang wurde das Hüttenhospital auf das Pilotprojekt von ECOSPEED aufmerksam. Insgesamt 20 Krankenhäuser konnten daran teilnehmen. Nach Rücksprache mit der Geschäftsführung bewarb sich das Hüttenhospital und wurde in das Projekt aufgenommen.

Emissionen aus allen Bereichen erfasst

Seit Ende 2024 arbeiteten die Beteiligten daran, die Emissionen des Krankenhauses nach den international üblichen Kategorien Scope 1, Scope 2 und Scope 3 zu erfassen. Scope 1 umfasst direkte Emissionen, die beispielsweise durch den Einsatz von Erdgas oder den eigenen Fuhrpark entstehen. Scope 2 betrifft indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom oder Fernwärme. Besonders aufwendig ist Scope 3. Hier werden weitere indirekte Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette betrachtet. Dazu gehören unter anderem Lebensmittel, Medikamente, Verbrauchsmaterialien, Abfälle sowie die Frage, wie Beschäftigte, Patienten und Besucher zum Krankenhaus gelangen. Für die Mobilitätsanalyse wurden beispielsweise Umfragen erstellt.

„Es geht eben nicht nur darum, wie hoch oder niedrig die Heizung im Haus eingestellt ist“, erklärt Schramme. Gerade die Erfassung von Scope 3 sei eine umfangreiche Fleißarbeit. Für die Bilanz mussten Daten aus zahlreichen Abteilungen zusammengetragen, geprüft und in das System eingepflegt werden. Die Datentiefe ist für ein Krankenhaus außergewöhnlich hoch: Rund 2.000 Einkaufspositionen und insgesamt 18,8 Millionen Einzelartikel wurden analysiert. Erfasst wurden mehr als 99 Prozent der Lebensmittel, 97 Prozent der Verbrauchsmaterialien und 92 Prozent der Medikamente.

CO₂-Ausstoß deutlich reduziert

Die detaillierte Bilanz zeigt bereits messbare Erfolge. Gegenüber dem Basisjahr 2024 konnten die Emissionen innerhalb eines Jahres um 19,1 Prozent gesenkt werden. Das Ergebnis ist auch auf zahlreiche technische Modernisierungen zurückzuführen, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden. Seit 2021 wurde die Beleuchtung im Haus weitgehend auf LED-Technik umgestellt. Bereits 2022 wurde die Heizungsanlage modernisiert und auf Brennwerttechnik umgerüstet. Auch Pumpensteuerungen und weitere technische Anlagen wurden erneuert. Hinzu kamen ein Blockheizkraftwerk, neue Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Neubaus. Die Fahrzeugflotte des Krankenhauses wurde ebenfalls fast vollständig auf Elektrofahrzeuge umgestellt. „Man kann nicht alles auf einmal machen, aber es sind Schritte in die richtige Richtung“, sagt Schramme. In den vergangenen Jahren sei jedoch bereits viel Geld in moderne und energieeffizientere Technik investiert worden.

Ein wichtiger Bestandteil des Energiemanagements ist ein genaueres Messkonzept. Mithilfe zusätzlicher Messstellen soll künftig nachvollzogen werden können, wie viel Energie einzelne Großverbraucher tatsächlich benötigen. Das Hüttenhospital hat dafür Fördermittel beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt und bewilligt bekommen. Schrittweise werden nun weitere Messgeräte in die technische Infrastruktur eingebaut.

„Nur wenn wir konkrete Zahlen haben, können wir beurteilen, ob sich eine Lüftungsanlage noch besser einstellen oder eine andere Anlage weiter optimieren lässt“, erklärt Schramme. Bei bereits auf LED umgestellten Lampen sei das Einsparpotenzial beispielsweise weitgehend ausgeschöpft. Bei großen Lüftungs-, Heizungs- oder Pumpenanlagen könnten dagegen bereits kleine Änderungen erhebliche Auswirkungen haben. Auch im Neubau der Klinik wird das Messkonzept berücksichtigt. Das Gebäude soll vollständig über eine Wärmepumpe versorgt werden. In einem weiteren Gebäudeteil ist eine neue Kesselanlage mit Brennwerttechnik vorgesehen.

Neue Energiemanagerin koordiniert die nächsten Schritte

Seit dem 1. Juni verstärkt Marlene Lösing das Hüttenhospital als Energiemanagerin. Ihre Aufgabe ist es, ein dauerhaftes Energiemanagementsystem aufzubauen, zu betreiben und kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Das Ziel ist, die Energieeffizienz zu verbessern und Kilowattstunden einzusparen“, erklärt Lösing. Dadurch würden letztlich auch die CO₂-Emissionen des Krankenhauses reduziert. „Zu Beginn verschaffe ich mir einen detaillierten Überblick über den bisherigen Stand: Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt? Wie hoch sind die aktuellen Verbräuche? Wo liegen weitere Einsparpotenziale?“ Neben der technischen Analyse gehört auch eine umfangreiche Dokumentation zu ihren Aufgaben.

Dekarbonisierungspfad bis zum Jahr 2045

Auf Grundlage der inzwischen erfassten Daten wurde ein Dekarbonisierungspfad bis zum Jahr 2045 entwickelt. Er zeigt, in welchen Bereichen die größten Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung der CO₂-Bilanz bestehen. Dazu gehören insbesondere die Gebäudetechnik, die Mobilität, die Beschaffung und das Abfallmanagement. Die Bilanz dient damit nicht nur der Dokumentation bisheriger Emissionen, sondern als Arbeitsgrundlage für zukünftige Entscheidungen. „Gesundheit bedeutet für uns nicht nur die bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, sondern auch Verantwortung für die Umwelt und die Zukunft unserer Region“, erklärte René Thiemann, Geschäftsführer des Hüttenhospitals, in einer Pressemitteilung. Mit dem Abschluss des Pilotprojekts hat das Krankenhaus eine umfangreiche Datengrundlage geschaffen. Nun geht es darum, aus den Erkenntnissen weitere konkrete Maßnahmen abzuleiten. Das Ziel: medizinische Versorgung, wirtschaftliches Handeln und Klimaschutz dauerhaft miteinander zu verbinden.

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