Eigentlich möchte Bent Sportjournalist werden. Aber auch „Friseur wäre ziemlich geil“, findet der Zwölfjährige. Daher wirkte er am heutigen Vormittag mehr als interessiert, im Rahmen des Handwerkstags an seiner Schule, der Marie-Reinders-Realschule, tiefere Einblicke in das Handwerk zu erhalten.
An der Realschule „das beste Potenzial“
Überhaupt sieht Bent die Vorteile, die das Handwerk mit sich bringt: „Du kannst damit gut verdienen und machst anderen Leuten eine Freude.“ Diese Perspektive motiviert auch Finn, der bereits weiß, dass er das Malerhandwerk erlernen möchte: „Ich will die Firma von meinem Vater übernehmen.“
Max hingegen möchte Architekt werden, findet aber auch das Friseurhandwerk „cool“. Jugendliche wie er und seine Mitschüler*innen sind die Zielgruppe der Unternehmen, die jedes Jahr dem jeweiligen siebten Jahrgang ihr Handwerk nahebringen. Das sagt auch Elektronikermeister Dirk Ebner: „Wir glauben einfach, dass die Kinder, die auf der Realschule sind, das beste Potenzial haben.“ Gründe dafür sieht er darin, dass, anders als beispielsweise die Gymnasien, die Realschulen einen besonderen Fokus auf das Handwerk legten.
„Das behalten sie in Erinnerung“
Während Elektronik Ebner erst im zweiten Jahr dabei war, konnte der Bäckereibetrieb Grobe bereits einige Früchte seiner Zusammenarbeit mit Schulen im Allgemeinen und der Marie Reinders im Besonderen ernten. „Ey, wir haben früher zusammen gebacken“, hätten er und Personalreferentin Carolin Wilken schon öfter im Bewerbungsprozess mit jungen Menschen zu hören bekommen, erzählt Bäckermeister Sven Tönnes. In genau diesem Kontakt sieht er den Erfolg der gemeinsamen Tage mit Schüler*innen: „Das behalten sie in Erinnerung.“
Handwerkstag zum Ausprobieren
Einen weiteren positiven Effekt des Handwerkstags erkennt Anlagenmechaniker Mendim Hasani darin, den Jugendlichen einen Einblick in sein schwerer greifbares Handwerk zu geben: „Kein Kind sagt: Gebäudetechnik zieht mich an.“ Haben die jungen Menschen aber selbst einmal ein Waschbecken oder eine Toilette montiert, wissen sie, woran sie sind.
Ähnlich äußerte sich auch Malermeister Stefan Drewes, als er mit einer Gruppe Bilanz zog. „Ich fand’s erstmal sehr spannend, dass ihr so unterschiedliche Sachen ausprobiert hat“, wandte er sich an die Schüler*innen. Auf diese Weise hätten sie selbst feststellen können, „dass das nicht nur Streichen und Tapezieren ist“. Von Drewes’ Profession jedenfalls ist der nach eigenen Wünschen zukünftige Malermeister Finn bereits überzeugt.

















