Der Verlust sitzt tief im Viertel: Als Inhaber Carsten Liegau völlig unerwartet verstarb, stand „Prein 67“ am Wellinghofer Markt plötzlich vor dem Aus. Für viele Menschen war der kleine Schreibwaren- und Servicekiosk weit mehr als ein Verkaufsraum – er war Treffpunkt, Erledigungsort und ein Stück Alltag. Mit der geschlossenen Tür verschwand für viele ein vertrauter Anlaufpunkt.
Auch für Sabine Ludmann, die den Laden 15 Jahre lang zusammen mit Liegau führte, war dieser Einschnitt schwer zu verarbeiten. „Wir waren immer zu zweit – und plötzlich stand ich alleine da“, erzählt sie. „Ich konnte kaum um ihn trauern, da ich den Laden ja weiterführen musste. Das war einfach zu viel.”
Doch nun bekommt der Standort eine Zukunft: Der neue Betreiber Emrah Bulut übernimmt das Ladenlokal und verwandelt es in eine kleine Markthalle. Neben Lebensmitteln und Alltagswaren soll es dort künftig auch eine vollwertige Poststelle geben – ein deutlich erweitertes Angebot im Vergleich zu früher. „Wir hatte bisher einen Paketservice, aber keine richtige Poststelle“, erklärt Ludmann. „Das wird jetzt neu dazu kommen.“
Zwischen Erinnerung und Aufbruchstimmung
Dass sie im neuen Konzept weiterhin dabei ist, bedeutet ihr viel. „Ich bin froh, dass es hier weitergeht und ich weiter an diesem Ort arbeiten kann“, sagt sie. Da Bulut noch kaum Erfahrung im Einzelhandel hat, möchte sie ihn unterstützen. „Ich kenne die Kundschaft, die Abläufe und den Markt. Natürlich helfe ich ihm – jeder, der neu anfängt, braucht jemanden an seiner Seite.“
Für das Viertel bringt der Umbau eine spürbare Veränderung: Die geplante Markthalle soll zu einem neuen Zentrum für alltägliche Besorgungen werden – und gleichzeitig an die Funktion des früheren Geschäfts anknüpfen. Für Ludmann steht dabei auch die Erinnerung an ihren langjährigen Kollegen im Raum. „Carsten und ich haben 15 Jahre lang alles gemeinsam gemacht. Dieser Laden war ein Stück Zuhause für uns“, sagt die 63-jährige ruhig. „Ich werde ihn nie vergessen.“
Mit der neuen Markthalle und der hinzukommenden Poststelle bleibt der Standort ein wichtiger Punkt am Wellinghofer Markt – zwischen Abschied, Erinnerung und einem Neuanfang, der den Stadtteil künftig wieder beleben soll.

















