Die Stadt Dortmund plant eine umfassende Neuordnung der weiterführenden Schulen im Süden der Stadt. Auf dem Gelände der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Hacheney soll künftig ein neuer Schulcampus entstehen. Vorgesehen ist, die Gesamtschule im Süden von ihrem bisherigen Standort in Wellinghofen dorthin zu verlegen und gleichzeitig deutlich zu erweitern.
Grundlage für die Überlegungen ist das bereits vom Rat beschlossene „Sofortpaket Weiterführende Schulen“. Damit reagiert die Stadt auf steigende Schülerzahlen und eine hohe Nachfrage nach bestimmten Schulformen. Das Gelände in Hacheney war darin zunächst nur allgemein als möglicher Schulstandort vorgesehen. Inzwischen haben sich die Planungen konkretisiert.
Neuer Schulcampus auf ehemaligem EAE-Gelände
Der neue Standort soll auf dem Areal entstehen, auf dem früher eine Gehörlosenschule stand und das zwischenzeitlich als Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete genutzt wurde. Ursprünglich war für das Gelände auch Wohnbebauung im Gespräch gewesen. Ende 2025 änderte die Stadt jedoch ihre Planungen und entschied sich stattdessen für eine schulische Nutzung.
Der Verwaltungsvorstand schlägt nun vor, die Gesamtschule im Süden dorthin zu verlagern. Am neuen Standort könnte ein moderner Schulkomplex entstehen, der deutlich mehr Kapazitäten bietet als das heutige Gebäude in Wellinghofen. Vorgesehen ist ein Ausbau auf sechs Schulzüge – zwei mehr als bislang geplant. Eine solche Erweiterung wäre am bisherigen Standort Am Lieberfeld nicht umsetzbar.
Mit dem Neubau soll zugleich eine moderne Lernumgebung entstehen. Vorgesehen sind offene Lernbereiche und eine sogenannte Clusterstruktur, bei der mehrere Klassenräume um gemeinsame Aufenthalts- und Arbeitsbereiche angeordnet sind.

Hohe Nachfrage nach Gesamtschulplätzen
Die Erweiterung reagiert auf den anhaltend hohen Bedarf an Gesamtschulplätzen im Dortmunder Süden. Bereits heute übersteigt die Zahl der Anmeldungen die vorhandenen Kapazitäten deutlich. In den vergangenen Anmeldeverfahren mussten zahlreiche Schülerinnen und Schüler abgewiesen werden, weil nicht genügend Plätze zur Verfügung standen.
Durch den neuen Standort sollen künftig mehr Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden können. Der Ausbau um zwei zusätzliche Schulzüge würde die Gesamtschule im Süden deutlich vergrößern und langfristig mehr Planungssicherheit für die Schulplatzvergabe schaffen.
Übergangslösung bis zum Neubau
Da die Umsetzung eines neuen Schulcampus mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird, sind zunächst Übergangslösungen vorgesehen. Schon zum Schuljahr 2027/28 sollen am bestehenden Standort in Wellinghofen zusätzliche Klassenräume in Modulbauweise entstehen.
Diese temporären Gebäude ermöglichen es, zwei weitere Eingangsklassen einzurichten und so kurzfristig zusätzliche Schulplätze zu schaffen. Damit soll der steigende Bedarf abgefedert werden, bis der neue Standort in Hacheney fertiggestellt ist.
Folgen für die Realschule in Hörde
Die geplante Verlagerung der Gesamtschule hätte auch Auswirkungen auf andere Schulen im Stadtbezirk. Wenn die Gesamtschule im Süden nach Hacheney umzieht, wird das Schulgebäude Am Lieberfeld in Wellinghofen frei. Nach den aktuellen Überlegungen könnte dort ab dem Schuljahr 2028/29 ein temporärer Teilstandort der Marie-Reinders-Realschule eingerichtet werden. Auch diese Schule verzeichnet seit Jahren eine sehr hohe Nachfrage bei den Anmeldungen.
Durch die zusätzlichen Räume könnten dort vorübergehend mehrere weitere Eingangsklassen entstehen. Insgesamt würde die geplante Neuordnung der Schulstandorte im Dortmunder Süden bis zu fünf zusätzliche Schulzüge ermöglichen: zwei an der erweiterten Gesamtschule und bis zu drei weitere Klassen an der Realschule.

















