Die Fertigstellung der neuen Südspange in Dortmund-Hörde verschiebt sich erneut. Obwohl Teile der Straße bereits fertig wirken, bleibt die Strecke weiterhin abgesperrt. Die geplante Umgehungsstraße wird nun voraussichtlich erst im Frühjahr 2026 für den Verkehr freigegeben. Am Kreisverkehr an der Hörder Bahnhofstraße und der Hochofenstraße ist die neue Fahrbahn bereits deutlich zu erkennen. Hinter Bauzäunen wirkt die Strecke auf den ersten Blick einsatzbereit. Tatsächlich fehlen jedoch noch wichtige Arbeiten, bevor die Verbindung genutzt werden kann.
Baufortschritt gerät ins Stocken
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist eine Brücke über den Geh- und Radweg der Eliasbahntrasse. Diese wurde erst Mitte Dezember 2025 fertiggestellt und damit später als ursprünglich vorgesehen. Die Verzögerung bei diesem Bauabschnitt hatte direkte Auswirkungen auf den weiteren Bauablauf.
Auch nach der Winterpause konnten die Arbeiten zunächst nicht wie geplant fortgesetzt werden. Niedrige Temperaturen mit Bodenfrost erschwerten den Start in das neue Baujahr, anschließend sorgten längere Regenperioden für zusätzliche Probleme auf der Baustelle. Besonders im Straßenbau sind solche Witterungsbedingungen ein häufiges Hindernis, da sie die Bearbeitung des Untergrunds und den Einbau weiterer Bauteile verzögern können.
Aktuell stehen noch Restarbeiten an, darunter die Herstellung der Übergänge zwischen der Brücke und der angrenzenden Fahrbahn. Erst wenn diese abgeschlossen sind, kann die Strecke freigegeben werden.
Verbindung zwischen Hörder Zentrum und Phoenix-West
Die rund 500 Meter lange Südspange soll künftig eine direkte Verbindung vom Kreisverkehr an der Hörder Bahnhofstraße und der Hochofenstraße bis zur Robert-Schuman-Straße auf Phoenix-West schaffen. Die Trasse verläuft nördlich am Gelände der Bergmann-Brauerei vorbei und führt anschließend weiter in Richtung des ehemaligen Industrieareals.
Mit der neuen Straße soll vor allem die stark belastete Hochofenstraße entlastet werden. Dort befinden sich neben Wohnhäusern auch die Marie-Reinders-Realschule, wodurch der Verkehr seit Jahren ein Thema im Stadtteil ist.
Diskussionen um Kosten und Planung
Bereits während der Planungs- und Bauphase hatte das Projekt mehrfach für Diskussionen gesorgt. Ursprünglich waren die Gesamtkosten mit rund 4,5 Millionen Euro kalkuliert worden. Im Jahr 2023 wurden sie jedoch auf etwa sieben Millionen Euro erhöht. Ein wesentlicher Kostenfaktor ist dabei die Brücke über den Rad- und Fußweg, deren Bau mehr als zwei Millionen Euro kostet.
Auch alternative Varianten der Streckenführung waren zwischenzeitlich im Gespräch, wurden jedoch nicht weiterverfolgt. Ebenso gab es Bedenken aus der Umgebung, etwa im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf zukünftige Entwicklungen im Gebiet Phoenix-West.
Wann die neue Straße tatsächlich für den Verkehr freigegeben wird, hängt nun maßgeblich vom weiteren Baufortschritt ab. Nach aktuellem Stand soll das Gesamtprojekt bis Ende Mai 2026 abgeschlossen sein. Erst danach wird sich zeigen, wie stark die neue Verbindung den Verkehr in Hörde tatsächlich entlasten kann.

















