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Home Hörde

Neues Pop-up-Garten Projekt auf dem Hörder Friedhof

Gemeinschaftsprojekt bringt Leben auf stillgelegte Fläche

von Wir in Dortmund (NK)
vor 1 Woche
in Hörde
Lesezeit: 3 Minuten
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Die ersten Hochbeete stehen bereits - 16 weitere sollen bald folgen. 
(Foto: Wir in Dortmund)

Die ersten Hochbeete stehen bereits - 16 weitere sollen bald folgen. (Foto: Wir in Dortmund)

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Mitten auf einem teilweise stillgelegten Friedhof in Dortmund-Hörde entsteht ein ungewöhnliches Projekt: Ein Pop-up-Garten mit 18 Hochbeeten soll Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, für ein Jahr eigenes Gemüse anzubauen – begleitet von Workshops und fachlicher Unterstützung. Der Start ist für April geplant, ein Kennenlerntermin soll noch im März stattfinden.

Zwischennutzung mit Mehrwert

Initiiert wird das Projekt von GrünBau im Rahmen des Förderprogramms „Dortmund zirkulär“ der Wirtschaftsförderung. Die Idee: Eine Fläche, die nicht mehr für Bestattungen benötigt wird, sinnvoll und gemeinschaftlich nutzen. „Wir wollen eine Fläche nutzen, die sonst nicht fürs Gärtnern gedacht ist – vielleicht auch nur als Zwischennutzung“, erklärt Projektinitiator Jörg.

Da eine klassische Brachfläche nicht kurzfristig zur Verfügung stand, entstand über Kontakte ins Hörder Netzwerk die Verbindung zum Friedhof. Die Verwaltung sagte schnell zu. Als Gegenleistung unterstützt das Projekt bei der ökologischen Pflege einzelner Bereiche.

Die Fläche selbst musste zunächst vorbereitet werden. Brennnesseln wurden entfernt, die oberste Bodenschicht abgetragen, nun werden Hochbeete aufgestellt und mit Erde befüllt. Insgesamt 18 Kästen sind vorgesehen, dazu eine gemeinschaftliche Tomatenüberdachung sowie zusätzliche Flächen für Kürbis- und Zucchinipflanzen.

Lernort unter freiem Himmel

Das Konzept versteht sich als Gemeinschaftsgarten auf Zeit. Interessierte übernehmen für ein Jahr die Patenschaft für ein Hochbeet. „Viele wollen gärtnern, wissen aber nicht mehr genau, wie es geht – oder haben keinen Platz“, heißt es aus dem Projektteam. Genau hier setze der Pop-up-Garten an.

Begleitet wird das Vorhaben von Lena Adamczyk, Biologin und in der Natur- und Umweltbildung tätig. Sie wird monatliche Workshops anbieten – abgestimmt auf die jeweilige Jahreszeit. Themen sind unter anderem Aussaat, Pflege, Kompostierung und Bodenkunde. „Wann kommen die Möhren in die Erde? Was passiert nach den Eisheiligen? Wie bereite ich mein Beet auf den Winter vor?“, beschreibt sie die Inhalte.

Neben den festen Workshop-Terminen soll es auch offene Sprechstunden unter dem Motto „Frag die Gärtnerin“ geben. Die Beete können von den Teilnehmenden eigenständig bewirtschaftet werden. Ziel sei es, Grundlagen zu vermitteln und Begeisterung fürs Gärtnern zu wecken – auch über das Projekt hinaus.

Friedhof im Wandel

Die Fläche befindet sich auf einem Teil des Friedhofs, auf dem seit rund zehn Jahren nicht mehr bestattet wird. Grund dafür ist der Wandel der Bestattungskultur. „Es wird kaum noch jemand im Sarg bestattet. Die meisten werden in Urnen beigesetzt – und dafür braucht man deutlich weniger Fläche“, erklärt die zuständige Pfarrerin.

Viele Grabstätten würden heute zudem pflegefrei gestaltet, klassische, intensiv bepflanzte Gräber würden seltener. Dadurch entstünden größere, nicht mehr benötigte Bereiche. „Uns war wichtig, den Friedhof wieder zu beleben“, sagt sie. „Er ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch eine wunderschöne Grünfläche, die zum Verweilen einlädt.“

Im Rahmen eines Biodiversitätsprojekts sollen zudem Blühflächen gefördert und Lebensräume für Insekten geschaffen werden. Zwei Bienenvölker sind ebenfalls geplant.

Projekt auf zwei Jahre angelegt

Das Pop-up-Garten-Projekt ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Die Beet-Patenschaften laufen jeweils über eine Gartensaison. Danach sollen neue Interessierte die Möglichkeit erhalten, teilzunehmen. „Die Idee ist, dass wir dieses Lernkonzept jedes Jahr weitergeben können“, so das Team.

Ob eine Teilnahmegebühr erhoben wird oder stattdessen ein ehrenamtlicher Beitrag zur Pflege der Fläche geleistet werden soll, ist noch in Abstimmung. Erste Anfragen liegen bereits vor. Mit den steigenden Temperaturen dürfte das Interesse weiter wachsen.

Fest steht: Auf einer Fläche, die lange still lag, entsteht ein neuer Ort der Begegnung – zwischen Grabsteinen, Hochbeeten und der Hoffnung auf eine gute Ernte.

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