Ein leerstehendes Wohnhaus in Syburg mit umfangreichen Waldflächen kommt im Juni vor das Amtsgericht Dortmund. Hinter dem vergleichsweise niedrigen Verkehrswert von 135.000 Euro verbirgt sich allerdings ein Objekt mit erheblichen Problemen – das geht aus dem umfangreichen Verkehrswertgutachten hervor, das im Rahmen des Zwangsversteigerungsverfahrens erstellt wurde.
Das Grundstück an der Hohensyburgstraße 63 umfasst insgesamt vier Flurstücke mit einer Gesamtfläche von rund 37.354 Quadratmetern. Neben dem Wohnhaus gehören große Waldflächen am Klusenberg dazu. Die Versteigerung erfolgt zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft unter dem Aktenzeichen 277 K 14/23.
Wohnhaus seit Jahren unbewohnt
Laut Gutachten steht das Gebäude bereits seit 2019 leer. Das ursprüngliche Wohnhaus stammt vermutlich aus der Zeit vor 1900 und wurde in den 1960er-Jahren massiv umgebaut. Problematisch dabei: Zahlreiche Umbauten und Erweiterungen erfolgten offenbar ohne gültige Baugenehmigung. Der Sachverständige beschreibt das Gebäude als stark sanierungsbedürftig. Das Haus weist Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbefall, undichte Dächer sowie erhebliche Schäden an Fenstern, Fassaden und Installationen auf. Große Teile der Heizungs- und Elektroanlagen fehlen inzwischen komplett. Nach Einschätzung eines hinzugezogenen Bausachverständigen wären allein für die Schadensbeseitigung rund 360.000 Euro nötig. Für eine vollständige Sanierung inklusive Modernisierung werden sogar etwa 670.000 Euro veranschlagt.
Trotz des schlechten Zustands besitzt das Gebäude rund 225 Quadratmeter Wohnfläche. Ursprünglich wurde das Haus offenbar in mehrere Wohneinheiten aufgeteilt, rechtlich gesichert ist diese Nutzung allerdings nicht.
Lage zwischen Wald, Naturschutz und Steinbruch
Die Immobilie liegt in einer ungewöhnlichen Umgebung. Große Teile des Grundstücks befinden sich in einem Landschafts- beziehungsweise Naturschutzgebiet. Direkt angrenzend befindet sich außerdem ein Steinbruch. Für diesen existiert sogar ein im Grundbuch eingetragenes Immissionsduldungsrecht. Künftige Eigentümer müssen mögliche Lärm-, Staub- und Erschütterungsbelastungen also akzeptieren.
Zusätzlich weist das Gutachten darauf hin, dass sich unter Teilen des Grundstücks möglicherweise historischer Bergbau befinden könnte. Konkrete Schäden seien zwar nicht bekannt, ausgeschlossen werden könne früherer Abbau jedoch nicht. Dennoch gilt die Wohnlage grundsätzlich als attraktiv. Die Nähe zur Hohensyburg, zum Hengsteysee sowie zu verschiedenen Ausflugszielen im Dortmunder Süden wird im Gutachten ausdrücklich positiv hervorgehoben.
Verkehrswert trotz hoher Bodenwerte niedrig
Besonders auffällig ist die Differenz zwischen theoretischem Bodenwert und tatsächlichem Verkehrswert. Der rechnerische Bodenwert des Gesamtgrundstücks liegt laut Gutachten bei mehr als 430.000 Euro. Aufgrund des extrem schlechten Gebäudezustands, der rechtlichen Unsicherheiten und des eingeschränkten Käuferkreises reduziert sich der angesetzte Verkehrswert letztlich jedoch drastisch auf 135.000 Euro. Die Zwangsversteigerung findet am Mittwoch, 10. Juni 2026, um 10.30 Uhr im Amtsgericht Dortmund am Gerichtsplatz statt.

















