Auf rund 10.000 Quadratmetern soll auf dem Gelände des Schalthauses am Phoenix Platz ein neuer, vielseitiger Standort entstehen. Investor Philip Matthias erklärt: Auch wenn es sich um ein einzelnes Gebäude handele, entstehe durch die Vielzahl unterschiedlicher Nutzungen unter einem Dach ein echter Campus-Charakter – „sich gegenseitig befruchten“, so Matthias. Ziel sei es ausdrücklich, keine weitere Standard-Büroimmobilie zu schaffen, die außerhalb der klassischen Arbeitszeiten verwaist daliegt, sondern einen modernen, lebhaften Ort mit Strahlkraft über den eigentlichen Bürobetrieb hinaus. Auch für den Phoenix Platz selbst hat das Projekt Bedeutung. Der Platz gilt als kultureller Mittelpunkt des gesamten Areals, wird aber bislang durch den Leerstand des Schalthauses als optisch prägendstem Gebäude getrübt. Genau diesen „Schandfleck“ will Matthias beseitigen, indem das Gebäude revitalisiert und „wieder neuem Leben zugeführt“ wird.
Büros, Gastronomie und Freizeitangebote unter einem Dach
Geplant sind drei Büroetagen sowie eine rund 800 Quadratmeter große Veranstaltungshalle, die auch von Büromietern für eigene Veranstaltungen genutzt werden kann. Der im Haus ansässige Gastronom übernimmt dafür das Catering, da er „ohnehin eine Küche im Gebäude“ betreibt. Zur Belebung außerhalb der klassischen Bürozeiten soll eine Boulder-Halle beitragen: Sie „sorgt für Leben auch vor und nach der Arbeit und schafft After-Work Möglichkeiten, die es auf Phoenix West noch nicht ausreichend gibt“, erklärt Matthias.
Von diesem Nutzungsmix sollen die Mieter durch automatisch entstehende Geschäftsbeziehungen untereinander profitieren – ein Konzept, das laut Matthias bereits im Tridelta Campus Dortmund in Aplerbeck erfolgreich erprobt wurde und sich dort bewährt hat. Ergänzt wird das Angebot durch zwei „Technology Center“ bzw. „Innovation Spaces“. Sie sollen dafür sorgen, „dass der Innovations-Spirit im Schalthaus lebendig bleibt und sich junge Unternehmen direkt auf dem Standort Phoenix West ansiedeln können“, so Matthias. Der Standort sei dabei deutlich besser angebunden als etwa die Universität oder der bestehende Technologie-Campus. Neben den Einrichtungen des Technologiezentrums Dortmund erhielten Start-ups sowie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen größerer Konzerne damit erstmals die Möglichkeit, sich in dieser Form auf Phoenix West anzusiedeln.

Zeitplan und Kosten
Bevor der geplante Nutzungsmix zur Realität wird, steht ein umfangreicher Umbau an. Die Bodenplatte des Gebäudes wird komplett erneuert, während die historische Stahlkonstruktion samt Kranbahn erhalten bleibt, um den industriellen Charakter des Schalthauses zu bewahren. Investor ist die Renaissance Building Technologies GmbH & Co. KG unter Geschäftsführer Philip Matthias, das geplante Investitionsvolumen liegt bei rund 22 Millionen Euro und könnte auf bis zu 25 Millionen Euro steigen. Der Bauantrag soll noch 2026 gestellt werden, begleitet von einer engen Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Nach geplanter halbjähriger Genehmigungsphase und rund zweijähriger Bauzeit könnten die ersten Mieter 2029 einziehen.
Seine Vision für die kommenden zehn Jahre fasst Matthias so zusammen: Das Schalthaus solle zeigen, „wie man aus angeblich unsanierbaren, aber historisch bedeutsamen Gebäuden im Ruhrgebiet echte Zukunftsstandorte schaffen kann“ – und zwar unter privatwirtschaftlich sinnvollen Rahmenbedingungen, ohne erhöhte Fördermittel oder Zuschüsse. Er rechnet damit, dass das Gebäude „eine sehr relevante Landmarke“ für Dortmund und die Region wird, die nicht nur den Phoenix Platz belebt, sondern auch durch ihre Architektur selbst zum Anziehungspunkt wird. Nach Fertigstellung wolle man sich für Auszeichnungen wie den deutschen Brownfield-Award oder weitere Architekturpreise bewerben. Sein Anspruch: Das Schalthaus soll der exklusivste Bürostandort der Stadt werden – mit Flächen, „wie man sie so in Dortmund noch nicht kennt“.

















