Herzstillstand. Keine Reaktion. Keine zehn Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Was dann zählt, ist: Wer handelt? An der Marie-Reinders-Realschule sollen das künftig alle sein.
In einem zweitägigen Reanimationskurs wurden alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 in Erster Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand geschult. Jeweils von 8:30 bis 13:45 Uhr absolvierten die Lernenden in Kleingruppen von etwa 15 Personen je eine 90-minütige Einheit — praxisnah, mit echten Übungspuppen, angeleitet von Frau Nash vom Josefs Hospital. Die Teilnahme war für alle Jahrgänge verpflichtend.
Für viele Neunt- und Zehntklässler war es bereits der zweite Kurs: Sie hatten im Wahlpflichtfach Biologie schon einmal eine entsprechende Schulung durchlaufen. Bisher war das jedoch nur Schülerinnen und Schülern mit Biologie als Hauptfach vorbehalten. Das ändert sich nun, und die Marie-Reinders-Realschule ist damit früh dran: Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird die Ausbildung in Laienreanimation für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 verpflichtend. Als erstes Bundesland führt NRW diese Regelung flächendeckend ein.
„Ein Herzstillstand gibt keine Vorwarnung. Er trifft Menschen auf der Straße, im Supermarkt, zu Hause. Wer in diesem Moment nicht wegschaut, sondern handelt, kann Leben retten. Ich bin stolz, dass unsere Schule hier nicht wartet, sondern vorangeht. Diese Schülerinnen und Schüler tragen ab heute echtes Wissen mit nach Hause – Wissen, das eines Tages entscheidend sein kann”, sagt Jörg Skubinn, Schulleiter der Marie-Reinders-Realschule.
Hintergrund der Landesinitiative ist eine ernüchternde Statistik: In Deutschland leisten nur rund 50 Prozent der Ersthelfer bei einem Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen, deutlich weniger als in anderen europäischen Ländern. Erfahrungen aus Skandinavien zeigen, dass Laienreanimation selbstverständlicher angewendet wird, wenn Kinder früh damit vertraut gemacht werden. An der Marie-Reinders-Realschule hat dieser Prozess längst begonnen.

















