Nebel, Kälte, Regen und Knieschmerzen: Der Dortmunder Eduard Froer hat im August beim Ironman Tallinn seine erste Langdistanz absolviert. Dabei hat er gelernt, dass Körper und Kopf viel mehr aushalten, als man glaubt.
„Das war schlimmer, als ich es mir vorgestellt habe“, sagt Eduard Froer über das Rennen. Sein Weg an die Startlinie begann vor rund zwei Jahren. Damals war er übergewichtig und fing an, Sport zu treiben. Er setzte sich aufs Rad, schwimmen konnte er schon immer. Er nahm deutlich ab, und mit jedem Training wuchs ein Traum: einmal einen Ironman beenden.
116 Wochen lang trainierte Froer immer wieder dieselben Disziplinen, 70 davon gezielt und intensiv für die Langdistanz. „Da merkt man erst, was für ein riesiges Trainingsvolumen das ist“, erzählt er. 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und ein Marathon über 42,195 Kilometer verlangen den Athleten alles ab. Unterstützung bekam er von seinem Arbeitgeber Bewerberboost am Dortmunder Phoenix-See. Das Unternehmen sponserte die komplette Reise, vom Fahrrad bis zum Flug.
Ein Rennen mit Tücken
Seit 2018 wird der Ironman in der estnischen Hauptstadt ausgetragen. Die flachen Strecken gelten als schnell. Der Marathon führt in vier Runden durch die Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, und endet auf dem Freiheitsplatz, dem emotionalen Höhepunkt des Tages. Am 22. August 2026 zeigte sich die Ostsee jedoch von ihrer ungemütlichen Seite.
Schon der Schwimmstart am Wasserflugzeughafen verlangte Froer alles ab. Nebel lag über dem kalten Wasser, und plötzlich kam die Panik. „Ich dachte, ich ertrinke, weil alles so eng wurde. Der Neoprenanzug war auf einmal wie eine zweite Haut.“ Er kämpfte sich durch und stieg aufs Rad. Ab der Hälfte der Radstrecke setzte Regen ein. Nach 80 Kilometern kamen Knieschmerzen dazu, und vor ihm lagen noch 100 Kilometer auf dem Rad und ein ganzer Marathon.
Seine wichtigste Erkenntnis aus diesem Tag: „Der Kopf sucht oft sehr viele Ausreden, und man hört mit vielen anstrengenden Dingen auf. Aber wenn es kein Zurück gibt, merkt man, wie viel mehr man körperlich und mental aushalten kann.“
Nächstes Ziel: Lanzarote
Lange ausruhen will sich Froer nicht. Auf Instagram dokumentiert er seine Reise unter @Salty_eddie weiter. Im kommenden Jahr steht der Ironman Lanzarote an, der als eine der härtesten Strecken der Welt gilt, mit rund 2.500 Höhenmetern auf dem Rad. Abflug ist am 15. Mai. Das Radfahren ist bisher seine Schwachstelle, deshalb trainiert er schon jetzt zu Hause auf der Rolle, um das aufzuholen.
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