Fast jedes zehnte Kind über drei Jahren muss im Stadtbezirk Hörde aktuell auf einen Kitaplatz verzichten. In den kommenden Jahren soll sich das ändern. Bis zum Jahr 2030 soll die Versorgungsquote laut Stadtsprecher Markus Kaminski sogar über 100 Prozent liegen – und hier kommen der FC Wellinghofen und sein Kabinentrakt ins Spiel.
Schritt 1: Der neue Kabinentrakt
Wo früher eine Jugendfreizeitstätte war, ziehen sich nun die Fußballmannschaften vor und nach ihren Spielen auf dem gegenüberligenden Kunstrasenplatz um. Doch „die alten Umkleidekabinen sind natürlich sehr heruntergekommen“, so Rolf Heidemeier. Umso mehr freut sich der Präsident des FC Wellinghofen über die Pläne der Stadt, einen neuen Kabinentrakt auf einer Grünfläche am südwestlichen Ende des Fußballplatzes zu bauen. Die Kapazitäten sollen dabei mit vier Kabinen und einem Schiedsrichterraum den aktuellen stark ähneln. Hinzukommen soll eine rollstuhlgerechte Toilette mit entsprechendem Zuweg vom Hopmanns Mühlenweg aus. Auch zum Platz hin soll ein weiterer Zuweg entstehen.
Dabei „wird gar nicht viel an der Umwelt kaputt gemacht“, lassen die Pläne den Vereinspräsidenten hoffen. So soll das Gebäude zwischen den bestehenden Bäumen gebaut werden, lediglich ein Teil der Wiese wird in diesem Zuge versiegelt. Erste Probebohrungen zur Bewertung des Bodens haben bereits stattgefunden und der Bauantrag ist gestellt. Wann es aber wirklich losgeht, „da scheiden sich die Geister“, so Heidemeier. Rollen jedoch erst einmal die Bagger, soll es schnell gehen: Die Fertigbauweise soll dafür sorgen, dass der Kabinentrakt innerhalb von vier Monaten steht. Heidemeier hofft auf einen Baubeginn im kommenden Jahr.
Schritt 2: Die neue Kita
Spätestens im Jahr 2028 muss der Kabinentrakt nach aktuellen Planungen fertig sein, denn für den Dezember dieses Jahres ist der Baubeginn auf der Fläche des alten Kabinentraktes geplant, der wiederum abgerissen werden soll. So soll Platz für einen Kitaneubau entstehen. Dazu schreibt Stadtsprecher Kaminski auf Anfrage: „In der neuen Einrichtung am Hopmanns Mühlenweg 7a werden 30 zusätzliche U3-Plätze und 75 zusätzliche Ü3-Plätze realisiert, also insgesamt 105 zusätzliche Plätze.“ Aufteilen sollen sich die Kinder auf sechs Gruppen.
Ebenso wie die benachbarte Kita am Hopmanns Mühlenweg, die 75 Kinder besuchen, soll die neue Einrichtung unter dem kommunalen Kitaträger FABIDO laufen. Einfluss auf die bestehende Kita soll der Neubau dabei nicht haben. „Die Bestands-Kita im Gebäude Hopmanns Mühlenweg 7 soll weiter betrieben werden“, versichert Kaminski.
Auf diese Weise will die Stadt auch die Versorgungsquote von Kitaplätzen für Kinder unter drei Jahren im Stadtbezirk Hörde steigern. Liegt diese aktuell bei gut 44 Prozent, so hofft man für das Jahr 2030 auf Kitaplätze für knapp die Hälfte der jüngeren Kinder. „Gegebenenfalls liegen die Quoten noch höher“, so der Stadtsprecher, der sich auf geplante Bauprojekte beruft, für die sich noch nicht kalkulieren lässt, wann sie an den Start gehen können. Am Hopmanns Mühlenweg jedenfalls sollen ab dem Jahr 2029 – beide Einrichtungen eingerechnet – 180 Kinder zur Kita gehen können.

















