Hörde stellt für den Strukturwandel im Ruhrgebiet wohl ein besonderes Beispiel dar. Und da der Stadtteil sich gerade um die Jahrtausendwende massiv verändert hatte, ging Jochen Deschner im Jahr 2018 auf Dr. Richard Kelber zu. Dieser hatte mehr als 20 Jahre zuvor mit einer Kollegin zusammen einen Aufsatz über Hörde für das Buch “Dortmund entdecken” verfasst, in dem Deschner einen kleinen Schatz für Hörder:innen und Interessierte sah. Doch die Jahre waren ins Land gegangen, Stahl und Bier hatten im Stadtteil an Bedeutung verloren, und um den Schatz zu heben, musste eine Aktualisierung her. Gemeinsam verfassten die Männer eine Neuauflage unter dem Titel “Hörde – eine Erkundungstour mit und ohne Fahrrad”, die sie mit Geldern aus dem Stadtteilfonds und dem Stadtbezirksmarketing drucken ließen. Eine zweite und dritte Auflage folgten aufgrund der großen Nachfrage.
Aber nach wie vor ist “Hörde ja nicht stehengeblieben”, so Deschner. Aus diesem Grund hat er sich jetzt erneut mit Dr. Kelber zusammengetan, um eine weitere aktualisierte Neuauflage zu schreiben. Für die Finanzierung gewannen die Autoren erneut das Stadtbezirksmarketing, das auch ohne den nicht mehr existenten Stadtteilfonds den Großteil der Druckkosten sowie das Honorar für den Fotografen und Layouter Peter Bölingen übernahm. Weitere Gelder akquirierten Deschner und Dr. Kelber über Inserate in der Broschüre. Am vergangenen Donnerstag nun wurden die 5.000 neuen Broschüren geliefert, die in der Bezirksverwaltungsstelle, der Stadtteilbibliothek, der Buchhandlung transfer. und einigen Geschäften kostenlos ausliegen.
Hördes Orte und ihre Geschichte
Zu finden ist darin eine Karte auf der Umschlaginnenseite mit eingezeichnetem Weg entlang der 20 in der Broschüre betrachteten Punkte. Beginnend am Friedrich-Ebert-Platz, über den Clarenberg, die Hörder Burg und das Gichtgas-Tor führt das Heft interessierte Radelnde und solche, die zu Fuß unterwegs sind, am Schallacker vorbei bis zum Graffito an der Gildenstraße, Ecke Nortkirchenstraße, das sich auch auf dem Deckblatt der Broschüre findet. Zu allen Spots finden sich aktuelle und historische Fotos und Informationen zu dem, “was ist”, wie Dr. Kelber formuliert, und der Geschichte der einzelnen Orte.
Bereits in der Vergangenheit fanden entsprechende geführte Radtouren durch Hörde statt. Diese wollen die Autoren nun ebenfalls wieder aufleben lassen und freuen sich über Interessenbekundungen an . Den Teilnehmenden versprechen sie in diesem Rahmen “noch eingehendere Informationen über den Stadtteil”, wie sie in einer Pressemitteilung anlässlich des Erscheinens der Broschüre schreiben. Diese ist übrigens auch in digitaler Form unter hoerde-international.de oder richard-kelber.de erhältlich.

















