„Die Deutschen haben eine Faszination für amerikanische Produkte“, weiß Lillian Weschke aus eigener Erfahrung. Mit einer Wittener Mutter in Virginia aufgewachsen hat die 23-Jährige Einblicke in beide Welten – und macht sie für sich nutzbar. Nun hat sie ein kulinarisches Konglomerat entwickelt, mit dem sie als „Geschmackstalent“ die Dortmunder Wirtschaftsförderung überzeugt hat.
Konditormeisterin mit 21
Jeden Sommer verbrachte die kleine und jugendliche Lillian die Sommerferien bei der Wittener Verwandtschaft. Früh erkannte sie die Vorteile des deutschen Ausbildungssystems und erkor Dortmund aus, um das Handwerk der Konditorin zu erlernen, wie sie erzählt: „Das Hobby als Beruf kann ja nicht so shit sein.“ Doch für die „sehr effiziente Arbeiterin“, wie Weschke sich selbst nennt, konnte mit der Gesellinnenprüfung im August 2022 einfach nicht Schluss sein. So hatte die junge Konditorin ihre Effizienz spätestens bewiesen, als sie mit 21 Jahren ihren Meister in der Tasche hatte und alle Bedingungen erfüllte, um sich selbständig zu machen.
Konditorei an der Benninghofer Straße
Es folgte eine Phase der Suche nach einem passenden Ladenlokal für ihr „Preheat Pastry“, mit dem sie traditionelle amerikanische Pies und „Torten, die ihre Geschichte in Amerika haben“, nach Dortmund bringen will. „Ich habe lange gebraucht, was zu finden“, räumt die Konditormeisterin ein.
Schließlich jedoch entdeckte sie einen Ort, an dem ihr Café fehlt. An der Benninghofer Straße gibt es einen Aldi, diverse Geschäfte und gute Parkmöglichkeiten, aber keine Bäckerei, geschweige denn eine Konditorei. Außerdem „ist hier nichts zum Sitzen“, so Weschke, die das ändern will. Vor ihrem zukünftigen Ladenlokal an der Hausnummer 101 hat sie daher bereits einige Parkbuchten angemietet, die sie für Außengastronomie vorsieht. Wann genau daraus etwas wird, weiß sie noch nicht genau, schließlich muss sie erstmal die Grundlagen im Innenraum schaffen und „am Anfang wird das eine One-Woman-Show sein“.
Die Show-Backstube
Ganz allein ist die Konditormeisterin bei ihrem Vorhaben nicht – im Gegenteil: „Ich schmücke mich von allen Seiten mit Hilfe.“ Nicht unerheblich ist hier auch ihre Position unter den Top Ten der Geschmackstalente 2025, die ihr ein Coaching sowie verschiedene Meetings zu Themen wie Businessplan, Versicherung oder Anmeldung angedeihen lässt. Außerdem winken ihr abhängig von ihrer Platzierung, die Ende Juni feststehen soll, zwischen drei und 15.000 Euro für die Umsetzung ihres Konzepts.
Das übrigens umfasst mehr als den Verkauf von Kuchen und Torten sowie Bagels und Keksen. „Ich finde es schön, auch hinter die Kulissen zu schauen.“ Deshalb plant Lillian Weschke, ihre Backstube so zu positionieren, dass die Menschen sie durch die Scheibe bei der Arbeit beobachten können, wie sie selbst es schon immer gern getan hat: „Ich bin auch immer hängengeblieben bei irgendwelchen Show-Backstuben.“ Und wie sie es immer tat, sollen die Leute beim Anblick einer dreistöckigen Torte denken: „Wow, okay, das ist Handwerk!“
Eröffnung am 11. Juli
Die junge Konditormeisterin weiß: „Mein Beruf wird wirklich nicht gut bezahlt.“ Aber darum geht es ihr nicht vorrangig. Vielmehr ist ihr wichtig, „dass ich Leute mit meinen Produkten glücklich mache“. Auch ihre eigene Erfüllung verliert sie dabei nie aus den Augen und entspricht damit dem Rat ihrer Eltern, die immer gesagt haben: „Kind, du musst glücklich sein und hinter dem stehen, was du im Leben machst.“
Dafür hat Weschke hart gearbeitet und findet es ein bisschen „absurd und surreal, dass das jetzt passiert.“ Aber „wenn ich meine Ducks in a Row kriege“, dann ist es am 11. Juli so weit: An der Benninghofer Straße gibt es original amerikanische Süßigkeiten in echter Handwerksqualität.

















