Friedhelm Thiele gewann 1958 mit dem FV Hombruch 09 die Deutsche Amateurmeisterschaft. Am 21. September ist der frühere Rechtsaußen im Alter von 90 Jahren gestorben. Mit ihm geht das letzte lebende Mitglied einer Mannschaft, die Dortmunder Fußballgeschichte geschrieben hat. Seine ersten Schritte als Fußballer machte Thiele als Schüler bei Rot-Weiß Barop. Sein Talent fiel dem damaligen Jugendleiter der „09er“, wie der Verein im Volksmund hieß, schnell auf. Er holte den Jungen in die Hombrucher Jugend, und dort begann eine Laufbahn, die ihn auf dem rechten Flügel zu einer festen Größe machte.
Triumph in der Roten Erde
Ihren Höhepunkt erreichte diese Laufbahn in der Saison 1957/58. Die Hombrucher wurden Meister der Verbandsliga, danach Westfalenmeister und schließlich Westdeutscher Meister. Damit war die Mannschaft für die Endrunde um die Deutsche Amateurmeisterschaft qualifiziert. Im Halbfinale in Berlin setzte sie sich mit 2:0 gegen Rapide Wedding durch. Am 14. Juni 1958 folgte das Endspiel im Stadion Rote Erde: Vor 22.000 Zuschauern besiegten die Hombrucher den ASV Bergedorf 85 mit 3:1. Der Titel blieb in Dortmund.
Von diesem Finale erzählte Thiele bis ins hohe Alter gern und oft. Ebenso gern berichtete er davon, unter welchen Bedingungen der Erfolg entstanden war. Vor dem Endspiel, so erinnerte er sich, habe die Mannschaft abends trainiert und dabei „mit den Fernlichtern unserer Autos den Platz beleuchtet“. Wer ihm bei solchen Geschichten zuhörte, merkte schnell, dass vor ihm nicht nur ein ausgezeichneter Fußballer saß, sondern auch ein warmherziger Mensch. Dem Verein blieb Thiele sein Leben lang verbunden. Er war Gast bei zahlreichen Erinnerungsveranstaltungen und bereicherte sie mit seinen Anekdoten. „Fitti hatte seinen eigenen, liebenswerten Charakter“, sagt der HSV-Vorsitzende Michael Kiwall. „Zur 66-Jahr-Feier der Meisterschaft war er gekommen und erzählte einige Geschichten von damals. Er war sogar noch zu seinem 90. Geburtstag bei uns.“
Dass Thiele ein hohes Alter erreichen durfte, ändere nichts an der Trauer, betont Kiwall. „Der Verein verliert auch lebende Erinnerung an seine Geschichte. Viel mehr aber hat uns eine großartige Persönlichkeit, ein bemerkenswerter Mensch und außergewöhnlicher Fußballer verlassen.“ Vergessen werde man ihn in Hombruch nicht: „Wir vergessen ihn nie. Unsere Anteilnahme gilt Fittis Familie und seinen Freunden.“ Auch der Fußballkreis Dortmund trauert. Dessen Vorsitzender Andreas Edelstein würdigt Thiele als einen der Besten der Stadt: „Wir denken an einen Sportler und Menschen, der für Hombruch und die ganze Stadt viel geleistet hat. Daher übermitteln wir im Wissen um seine Verdienste und seine Menschlichkeit auch unser aufrichtiges Mitgefühl.“


















