Ende 2024 standen viele Hombrucher plötzlich vor verschlossenen Türen: „Uwes Teemarkt“ an der Harkortstraße war geschlossen. Der langjährige Inhaber Uwe Brandt war im Alter von nur 62 Jahren überraschend verstorben. Für zahlreiche Stammkundinnen und Stammkunden war das ein trauriger Moment – schließlich gehörte der Teeladen seit rund 25 Jahren fest zum Stadtteilbild.
Die Familie des verstorbenen Inhabers suchte damals dringend einen Nachfolger. Das Geschäft blieb vollständig eingerichtet, über 500 Teesorten, Zubehör und Kaffee waren weiterhin vorhanden. Gesucht wurde ein „Teeliebhaber“, der die Tradition des Geschäfts fortführen wollte.
Vom Stammkunden zur Ladeninhaberin
Diese Nachfolge hat inzwischen Carolin Tewes übernommen. Anfang März 2026 eröffnete die Hombrucherin den Laden unter neuem Namen neu: Aus „Uwes Teemarkt“ wurde das „Teehuus Hombruch“.
„Ich komme auch aus Barop beziehungsweise Hombruch. Ich bin hier aufgewachsen“, erzählt Carolin Tewes. Den früheren Laden kannte sie schon lange – allerdings zunächst nur als Kundin. „Ich habe hier meinen Tee gekauft und fand es immer sehr gemütlich.“
Eigentlich stammt sie aus einem ganz anderen Berufsfeld. Vor der Selbstständigkeit arbeitete die Hombrucherin als ausgebildete Lehrerin. Doch mit der Zeit wuchs der Wunsch nach Veränderung.

Der entscheidende Zufall
Der entscheidende Anstoß kam schließlich eher zufällig: Im Schaufenster des geschlossenen Geschäfts entdeckte sie den Aufruf zur Nachfolge.
Zunächst ließ sie die Idee noch etwas ruhen. Einige Monate später ging sie der Sache jedoch erneut nach – und entschied sich schließlich für die Übernahme des Ladens.
Mit dem neuen Namen „Teehuus Hombruch“ wollte Carolin Tewes bewusst einen eigenen Akzent setzen. „Ich bin natürlich eine andere Person“, sagt sie. Gleichzeitig war es ihr wichtig, den Charakter des Geschäfts zu erhalten und den Menschen in Hombruch weiterhin einen klassischen Teeladen anzubieten.
Vertrautes Konzept mit neuen Ideen
Deshalb blieb vieles bewusst vertraut: Vorne befindet sich weiterhin die Theke mit den losen Teesorten, im hinteren Bereich stehen Tassen, Service und Zubehör.
Gleichzeitig brachte die neue Inhaberin aber auch eigene Ideen ein. Der Laden wurde umdekoriert, neue Möbel zogen ein und nach und nach erweitert sich auch das Sortiment. Besonders im Bereich Grüntee und Früchtetee kennt sich Carolin Tewes gut aus.
Stammkundschaft hilft mit
Dabei hilft ihr auch die Stammkundschaft. „Viele Leute bringen sogar noch alte Tüten oder Etiketten mit und sagen ganz genau, welchen Tee sie früher getrunken haben“, erzählt sie lachend. Gemeinsam werde dann geschaut, ob sich die Sorten wieder bestellen lassen.
Die Resonanz auf die Neueröffnung sei bislang durchweg positiv. Viele Menschen hätten sich ausdrücklich darüber gefreut, dass der Teeladen an der Harkortstraße erhalten bleibt.
Neue Energie an der Harkortstraße
Auch die Lage direkt an der U-Bahn-Haltestelle spiele dabei eine wichtige Rolle. Wer vorbeiläuft, sieht schnell: Hier tut sich wieder etwas. Deshalb dekoriert Carolin Tewes ihre Schaufenster regelmäßig neu, um Aufmerksamkeit zu schaffen und den Laden lebendig wirken zu lassen.
Dass die große öffentliche Aufmerksamkeit nicht direkt zur Eröffnung kam, empfindet die neue Inhaberin heute sogar als Vorteil. „Wenn direkt im März alles mit Presse und Eröffnung losgegangen wäre, hätte ich das wahrscheinlich alleine gar nicht stemmen können.“
Schritt für Schritt in die Zukunft
Jetzt wächst das „Teehuus Hombruch“ Schritt für Schritt weiter – und mit ihm die Hoffnung vieler Hombrucher, dass der traditionsreiche Teeladen auch künftig ein fester Bestandteil des Stadtteils bleibt.

















