Krieg in Nahost: Nach einem kurzen Rückgang werden Benzin und Diesel derzeit wieder teurer. Ein spürbarer Preisrückgang ist aktuell nicht in Sicht. Aktuell liegt der bundesweite Durchschnitt laut ADAC bei etwa 2,18 Euro für Super E10 und 2,43 Euro für Diesel. Die jüngsten ADAC-Daten vom 6. April 2026 zeigen, dass Diesel im Tagesmittel sogar bei 2,443 Euro lag, während Super E10 bei rund 2,169 Euro stand. Auslöser sind die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die Blockade wichtiger Handelsrouten für Öltanker. Auch wenn die Bundesregierung inzwischen ein Maßnahmenpaket zur Begrenzung der Spritpreise auf den Weg gebracht hat und Teile der nationalen Ölreserven freigegeben werden, bleibt die Lage auf dem Energiemarkt volatil. Für viele Branchen bedeutet das steigende Kosten – besonders für Unternehmen, die täglich viele Kilometer zurücklegen.
Hohe Fahrleistung trifft Fahrschulen besonders
Davon betroffen sind auch Fahrschulen. Daniel Kaddatz von der Fahrschule Just Drive an der Deutsch-Luxemburger Straße in Dortmund-Hombruch berichtet, dass sich die Situation in kurzer Zeit deutlich verschärft habe. „Im Dezember sah das noch ganz anders aus. Inzwischen reden wir von rund 80 Cent mehr pro Liter – das ist für uns überhaupt nicht mehr tragbar“, sagt der Unternehmer.
Seine Fahrschule beschäftigt fünf Fahrlehrer, sieben Fahrzeuge sind täglich im Einsatz. Gemeinsam legen sie rund 3000 Kilometer zurück. Die steigenden Spritpreise wirken sich daher unmittelbar auf die Kosten aus. „Allein durch den Kraftstoff entstehen pro Fahrstunde etwa 1,50 Euro mehr Ausgaben“, erklärt Kaddatz. Gleichzeitig steigen auch weitere Kosten, etwa bei Versicherungen stetig an. „Die letzten Monate waren für viele Fahrschulen eine Katastrophe.“
Noch versucht der Inhaber, die Mehrkosten nicht direkt an die Fahrschüler weiterzugeben. Doch die wirtschaftlichen Spielräume seien begrenzt. „Im Mittelstand arbeiten wir oft nur mit rund zwölf Prozent Gewinnmarge“, sagt er. Würde man alle Kosten realistisch einpreisen, müsste eine Fahrstunde deutlich teurer werden. „Eigentlich müsste man dann rund 200 Euro pro Fahrstunde nehmen.“
Viele Betriebe hoffen deshalb auf Entlastungen für kleine und mittlere Unternehmen. Ohne Unterstützung könnten zahlreiche Fahrschulen die Belastung langfristig kaum tragen.

















