“Das ist mein Becher, daraus habe ich heute morgen Joghurt gegessen”, berichtet Emma und zeigt auf das Boot, das nun Teil der Abfallskulptur der Delfingruppe geworden ist. Gemeinsam mit anderen Kindern der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Kirchhörder Grundschule hat die Siebenjährige während der gesamten zweiten Osterferienwoche, ausgerüstet mit Holzzangen, Müll gesammelt, wo sie ging und stand. Schließlich wollte die Kinder ebenso wie die anderen Schulen, die am Ferienprogramm des Vereins Kinder lernen clever (KLC) teilnahmen, den ausgelobten Preis für die beste Abfallskulptur gewinnen.
Sport, Kino und der ÖPN
Mit einer Kennenlernrunde, die auch einige sportliche Spiele beinhaltete, startete die Woche nach Ostermontag, wie Lehramtsstudentin Scharmin Khalaf erzählt, die zusammmen mit einigen Kolleginnen das Programm mit den Kindern in die Tat umsetzte. Direkt im Anschluss folgte ein wenig Verkehrserziehung im Umfeld der Schule, die bereits am Mittwoch Anwendung fand. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fuhren die Betreuerinnen mit den Kindern in den Westfalenpark, wo ein regennasser Rallybogen so einige Gedächtnisübungen erforderte, konnte doch niemand mehr etwas niederschreiben.
“Echt eine große Überraschung” wartete laut Khalaf auf die Kinder am Donnerstag im CineStar, das sie ebenfalls mit dem ÖPNV erreicht hatten. Zu Popcorn und Apfelschorle gab es “Mumien: Ein total verwickeltes Abenteuer”. So hatten die Kinder, zurück an der Kobbendelle, bereits zwei Ausflüge schriftlich in ihren Tagebüchern zu verarbeiten, die zur Förderung der Schreibkompetenz fester Teil des aktuellen KLC-Programms waren.
“Plastik in unseren Körpern”
Gleichzeitig boten die Wege quer durch Dortmund eine ideale Quelle für Materialien für die geplante Abfallskulptur. In Kombination mit bei ehemaligen Ferienprogrammen nicht verwendeten Bastelmaterialien bildeten sie für Carl die optimale Meereswelt, der seine Mitschüler:innen schnell mit seiner Idee ansteckte. Ebenso wie der Siebenjährige freuen sie sich, wenn auch durch ihre Abfallskulptur “die Leute mal aufmerksam werden, dass ihr Müll, wenn sie ihn in die Umwelt schmeißen, durch die Bäche und Flüsse im Meer landet”, um mit Carls Worten zu sprechen. Mit Blick auf die vielen Fische, die nach und nach auf dem blauen Meeres-Krepppapier entstanden, erläutert er die Auswirkungen des Plastikmülls in den Meeren auf die Fische: “Wenn Sie es essen, ist es auch nicht gut, weil sie dann sterben. Und wenn wir Fisch essen, kommt Plastik in unseren Körper.”
Weniger kritisch, aber mit ähnlich wasserlastigem Schwerpunkt gingen zwei andere Gruppen der Kirchhörder Grundschule an ihre Bastelei. Dort nämlich entstanden eine Schildkröte mit Klorollen-Beinen und ein Segelschiff mit einem Deck aus Eierkartons.

















