In zehn Mehrfamilienhäusern des Wohnungsunternehmens Vivawest sind umfangreiche Asbestbelastungen festgestellt worden. Die Gebäude müssen umfassend saniert werden. Für die Bewohner bedeutet das: Sie müssen ihre Wohnungen verlassen.
Die Häuser stammen aus den 1970er-Jahren, einer Zeit, in der Asbest in vielen Bauprodukten verbreitet war. Bei Untersuchungen im Zuge geplanter Modernisierungsmaßnahmen stellte sich jedoch heraus, dass die Belastung größer ist als zunächst erwartet. Neben Bodenbelägen wurden auch in weiteren Bauteilen der Gebäude Asbestbestandteile gefunden.
Betroffen sind insgesamt 109 Wohnungen im Bereich Otto-Brenner-Weg, Am Hombruchsfeld und Am Kohlufer in Dortmund-Hombruch. Nach Angaben des Unternehmens müssen die Gebäude für die Sanierung weitgehend entkernt werden, um sämtliche belasteten Materialien entfernen zu können. Erst danach sollen die Häuser technisch und energetisch neu aufgebaut werden.
Wie gefährlich ist Asbest ?
Asbest gilt als besonders gefährlich, wenn sich Fasern aus dem Material lösen und in die Raumluft gelangen. Diese mikroskopisch kleinen Fasern können beim Einatmen tief in die Lunge eindringen und dort über viele Jahre verbleiben. Der Körper ist kaum in der Lage, sie abzubauen. Dadurch können schwere Erkrankungen entstehen, darunter Asbestose, Lungenkrebs oder das seltene, aber aggressive Mesotheliom. Das Risiko ist besonders hoch, wenn asbesthaltige Baustoffe beschädigt, bearbeitet oder unsachgemäß entfernt werden. Gerade in älteren Gebäuden kann Asbest deshalb zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr werden, wenn Materialien altern, bröckeln oder bei Renovierungsarbeiten freigesetzt werden.
Sanierung über mehrere Bauabschnitte
Die Arbeiten werden nicht gleichzeitig in allen Häusern stattfinden. Stattdessen ist eine schrittweise Modernisierung geplant, die sich über mehrere Bauabschnitte erstreckt. Der Beginn der ersten Maßnahmen ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit einer Bauzeit von etwa sechs Jahren.
Nach Abschluss der Arbeiten soll das Quartier umfassend modernisiert sein. Vorgesehen sind unter anderem neue Heizsysteme, energetische Verbesserungen an den Gebäuden sowie eine technische Ausstattung, die heutigen Standards entspricht.

Unternehmen bietet Hilfe bei der Wohnungssuche
Für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet die Maßnahme vor allem einen Umzug. Viele leben seit Jahren oder Jahrzehnten in den Wohnungen. Vivawest kündigt an, die Mieter bei diesem Schritt eng zu begleiten.
„Uns ist bewusst, dass der Umzug für unsere Mieter kein einfacher, aber ein unvermeidbarer Schritt ist. Daher bieten wir ihnen unsere Hilfe bei der Suche nach einer neuen Wohnung an und unterstützen sie organisatorisch und finanziell bei ihrem Umzug“, erklärt das Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme.
Bereits im vergangenen Jahr habe es persönliche Gespräche mit allen betroffenen Mietern gegeben. Dabei seien sowohl die geplanten Maßnahmen erläutert als auch individuelle Wünsche für eine neue Wohnung aufgenommen worden.
„Die Kollegen unseres zuständigen Kundencenters begleiten aktiv die Suche nach passenden Wohnungen, sowohl innerhalb unseres eigenen Bestands als auch außerhalb, falls wir selbst keine passende Wohnung anbieten können“, heißt es weiter. Der Anspruch des Unternehmens sei es, „niemanden allein zu lassen“ und die Betroffenen während des gesamten Prozesses persönlich zu begleiten.
Umzüge erfolgen schrittweise
Da die Sanierung Gebäude für Gebäude erfolgen soll, werden auch die Umzüge über mehrere Jahre verteilt stattfinden. Dieser Zeitrahmen orientiere sich an den jeweiligen Bauabschnitten.
Nach Angaben von Vivawest hat der Umzugsprozess bereits begonnen. „In den vergangenen Monaten konnten wir bereits zahlreichen Mietern aus dem Quartier neue Wohnungen vermitteln und die Umzüge organisieren, sodass inzwischen rund die Hälfte der 109 Wohnungen leer steht“, teilt das Unternehmen mit.
Wie hoch die Mieten nach Abschluss der Modernisierung sein werden, steht derzeit noch nicht fest. Aufgrund der langen Laufzeit des Projekts könne man dazu noch keine konkreten Angaben machen.
Vivawest prüft jedoch, einen Teil der Wohnungen öffentlich fördern zu lassen. Damit soll sichergestellt werden, dass das modernisierte Quartier auch künftig Menschen mit unterschiedlichen Einkommen ein Zuhause bieten kann. Wie groß dieser Anteil sein wird, ist bislang noch offen.

















