Die U19 des Hombrucher SV hat geschafft, was sie im vergangenen Jahr so knapp verpasst hatte: den Sprung in die DFB-Nachwuchsliga. Die Mannschaft, die schon in der Vorsaison um Haaresbreite scheiterte, nutzte nun ihre zweite Chance – und das ausgerechnet am letzten Spieltag in einem direkten Duell mit dem einzigen verbliebenen Aufstiegskonkurrenten in der Liga. Am letzten Vorrundenspieltag der Westfalenliga traf Hombruch auf den punktgleichen und bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Verfolger SV Rödinghausen. Beide Teams hatten die Liga dominiert. Ein Remis würde Hombruch dank der besseren Bilanz genügen, doch der Spielverlauf ließ lange offen, ob das gelingen konnte.
Ein Spiel, das früh aus dem Ruder läuft und spät entschieden wird
Cheftrainer Max Lepper beschreibt den Auftakt: „Jegliche Pläne waren nach fünf Minuten schon durchkreuzt.“ Eine frühe Ecke brachte Rödinghausen in Führung, und Hombruch tat sich spürbar schwer, ins Spiel zu finden. Zwar stabilisierte sich die Mannschaft im Laufe der ersten Halbzeit und erspielte sich zwei Möglichkeiten auf den Ausgleich, doch zur Pause blieb es beim 0:1.
Nach Wiederanpfiff übernahm Hombruch mehr und mehr die Initiative. „Wir haben das Spielgeschehen zunehmend an uns gerissen“, so Lepper. Dennoch fanden die Dortmunder zunächst kein Mittel gegen eine der besten Defensivreihen der Liga. Die Geduld wurde bestraft: Zehn Minuten vor dem Ende erzielte Rödinghausen nach einer weiteren Standardsituation das 2:0. In einem Spiel wie diesem wirkte das wie die Vorentscheidung. Doch Hombruch brach nicht ein. „Die Jungs sind sowas von willensstark und haben diesen Traum mit Mann und Maus verteidigt“, sagt Lepper. Keine zwei Minuten nach dem 0:2 verkürzte Jan-Luca Lamay auf 1:2 – ein Treffer zur „goldrichtigen Zeit“, wie der Trainer betont. Der Anschluss brachte neuen Mut, und in der 88. Minute bot sich die große Chance auf den Ausgleich: Elfmeter für Hombruch. Leandro Tavares scheiterte jedoch vom Punkt.
Für viele Teams wäre das der Moment gewesen, an dem ein Spiel endgültig kippt – nicht so für den HSV. In einer langen Nachspielzeit, Rödinghausen hatte zuvor viel Zeit von der Uhr genommen, drückte Hombruch weiter. In der 94. Minute gelang schließlich das, was kaum noch möglich schien: Tavares verwertete einen Abpraller „wunderbar in die rechte Ecke“, wie Lepper schildert. Die Szenen danach waren chaotisch: Jubel, Spieler und Trainer, die über den Platz liefen, und eine Auswechselbank, die geschlossen im Torjubel verschwand. Noch rund zwölf Minuten mussten die Dortmunder anschließend überstehen. Die Defensive hielt, Torhüter Simon Schilling parierte wichtige Abschlüsse – und das 2:2 stand am Ende fest. Lepper bilanzierte später: „Über die gesamten 90 Minuten ist das leistungsgerecht, auch wenn die Entstehung hochdramatisch ist.“
Ein Jahr später am Ziel
Dass ausgerechnet dieses Team den Aufstieg nun geschafft hat, verleiht der Geschichte eine besondere Note. In der vergangenen Saison scheiterte dieselbe Mannschaft – damals noch überwiegend als U18 – knapp am großen Ziel. Nun gelang der Durchbruch im direkten Vergleich mit dem stärksten Konkurrenten. Mit dem Punktgewinn ist der Hombrucher SV für die zweite Saisonhälfte der U19-DFB-Nachwuchsliga qualifiziert. Die Gruppeneinteilung wird in dieser Woche erwartet. Nach Westfalenpokal und Winterpause beginnt die Vorbereitung im Januar, bevor die Liga am 7. oder 8. Februar startet. Für Lepper ist das Ziel klar definiert: „Wir wollen unter die ersten vier kommen, dann hält man die Klasse.“ Eine anspruchsvolle Aufgabe, aber keine unlösbare: „Wenn wir intensiv weiterarbeiten und die nächsten Entwicklungsschritte gehen, ist das machbar.“ Der Hombrucher SV hat schon wieder eine außergewöhnliche Hinrunde gespielt – und sich im wichtigsten Spiel endlich selbst belohnt.
















