Der Mensch hat das Rad nicht umsonst erfunden. Schwere Lasten zu schieben oder zu tragen wird schlicht obsolet mit einem fahrbaren Unterbau. Das weiß der neunjährige Artem längst, lautet doch das Motto in seiner Familie: “Arbeite nicht härter, arbeite klüger.” Mit dieser Attitüde hat er sich auch dem Landesweiten Mathematikwettbewerb der Grundschulen gewidmet – und seine Losung ist aufgegangen. Zusammen mit drei weiteren Kindern seiner Klasse an der Brüder-Grimm-Grundschule hat er es bis in die dritte Runde geschafft.
Was zum Erfolg führt
Auf Dortmunder Ebene haben die vier bereits abgesahnt. Die neunjährige Madita führt das auf den Unterricht ihrer Lehrerin zurück: Wer von Frau Eberts unterrichtet werde, sei geschult im mathematischen Denken, “weil wir einfach viele Knobelaufgaben bekommen”.
Artem hingegen glaubt auch an den Erfolg seines ukrainischsprachigen Mathekurses, an dem er in seiner Freizeit remote teilnimmt. Dort, so der Viertklässler, habe er es regelmäßig mit weitaus schwierigeren Aufgaben zu tun als ihm in den drei Runden des Mathematikwettbewerbes gestellt wurden – darunter beispielsweise die Frage, ob ein Geschenk mit den Maßen 60 mal 25 mal 30 cm mit einem Bogen Geschenkpapier von 25 mal 100 cm zu verpacken ist.
Von Runde zu Runde
Nach der ersten Runde, die alle interessierten Kinder jeweils für sich allein durchführten, fuhren Adrian, Artem, David und Madita zusammen mit fünf weiteren Kindern ihrer Klasse in die Holte-Grundschule nach Lütgendortmund, um im Rahmen einer zweistündigen Klausur die zweite Runde zu absolvieren. Rund 1.200 Kinder nahmen hier teil.
Am 13. März schließlich hielten die vier in der Aula des Goethe-Gymnasiums, wo die Siegerehrung stattfand, ihre Urkunden in den Händen – und damit ihre Zulassung zur dritten Runde. Für diese kamen sie Anfang April erneut mit anderen Kindern, diesmal auch aus anderen NRW-Städten, in der Holte-Grundschule zusammen.

Basketball, Meeresbiologie und immer wieder Zahlen
“Ein bisschen schwerer (als im alltäglichen Matheunterricht) war es schon”, die Aufgaben im Rahmen des Wettbewerbs zu lösen, findet Madita. Eigentlich ist sie gar nicht so matheverrückt und spielt viel lieber Basketball beim TVE Barop als über den Zahlen zu brüten. “Ich glaube, ich habe einfach einen guten Tag gehabt”, grinst sie über ihren ersten Platz auf Dortmunder Stadtgebiet. Auch ihr Vereinskollege David kann dem Körbewerfen im Allgemeinen mehr abgewinnen als dem Matheunterricht. Und dennoch: Wer Meeresbiologe werden möchte, kann einen sicheren Umgang mit Mengen und Gleichungen durchaus gebrauchen. Rechnen können muss auch der Inhaber eines Cafés, als welcher Artem in das Berufsleben starten möchte. “Eigentlich wollte ich YouTuber werden”, räumt er ein, aber: “Geld könnte ich gebrauchen.”
Ähnlich genaue Vorstellungen hat der neunjährige Adrian noch nicht, aber dass die Mathematik ein nicht unwesentlicher Aspekt zumindest seiner Schullaufbahn werden würde, wusste er bereits nach den ersten Unterrichtsstunden: “Ich hatte so das Gefühl, dass ich Zahlen mag.” Dass er sie auch im Kopf zu bewegen weiß, hat er beim Mathewettbewerb bewiesen, zeichnet seine Urkunde ihn doch als Preisträger auf dem zweiten Platz in der Stadt aus. Wie erfolgreich er auf Landesebene war, wird sich für ihn – ebenso wie für Artem, David und Madita – in den nächsten Wochen zeigen. Am 12. Juni winkt dann die Siegerehrung des Landesweiten Mathematikwettbewerbs im LWL-Museum Zeche Zollern.

















