Am Hombrucher Markt hat sich ein Leerstand nur kurz gehalten. Nachdem Ende März das Geschäft “Akzente” von Ingrid Timmermann nach Jahrzehnten geschlossen hatte, ist nun schnell wieder Leben in das Ladenlokal in der Küster-Passage eingekehrt. Mit einem Pop-up-Store sorgt Möbelhändler Klaus Mähnert für eine neue Nutzung – zunächst auf Zeit.
Die vorherige Inhaberin hatte sich aus Altersgründen aus dem aktiven Geschäftsleben zurückgezogen. Über viele Jahre hinweg war ihr Geschäft eine feste Adresse für Wohnaccessoires und Geschenkideen. Trotz intensiver Suche konnte keine direkte Nachfolge gefunden werden, sodass die rund 200 Quadratmeter große Fläche zunächst leer stand. Dass es nun so schnell weitergeht, ist auch einem Zufall zu verdanken. „Ich habe in der Zeitung gesehen, dass die Frau Timmermann aufhört“, erzählt Mähnert. Zeitgleich endete sein eigener Pop-up-Store in Kirchhörde. „Und dann dachte ich nur: guck dir das mal an.“ Nach Gesprächen mit den Eigentümern sei schnell klar gewesen, dass sich hier eine neue Möglichkeit ergibt. „Dann haben wir uns jetzt erst mal arrangiert für vier Monate. Dann gucken wir mal, wie und ob wir verlängern.“
Sichtbar bleiben und neue Kunden erreichen
Für Mähnert ist das Konzept nicht neu. Pop-up-Stores nutzt er gezielt, um flexibel zu bleiben und Präsenz zu zeigen. „Man kann ja nicht davon ausgehen, auch wenn man jetzt von 1894 ist, vierte Generation, dass alle Leute einen noch kennen“, sagt er. Es gehe darum, sichtbar zu bleiben und neue Zielgruppen anzusprechen. „Dass man einfach immer wieder mal sichtbar ist, dass die Leute auch neue Leute kennenlernen und umgekehrt.“ Die Wurzeln des Unternehmens liegen im klassischen Handwerk. Angefangen mit Polsterei und Sattlerei in Dortmund-Dorstfeld hat sich das Angebot über die Jahre weiterentwickelt. Viele Kundinnen und Kunden begleiten das Geschäft seit Jahrzehnten. „Unsere Gardinen haben wir vor 20, 25, 30 Jahren bei Ihnen gekauft – das höre ich hier oft“, berichtet Mähnert.

Großes Interesse von Beginn an
Die Resonanz auf den neuen Store ist bereits in den ersten Tagen spürbar. Noch während des Einräumens kamen erste Besucherinnen und Besucher in das Geschäft. „Am Donnerstag hatte ich nur die Tür auf, weil ich eingeräumt habe – da kamen die Leute schon rein“, sagt Mähnert. Seit der offiziellen Eröffnung vor rund zwei Wochen sei die Nachfrage konstant hoch. „Ich bin mit der Frequenz sehr zufrieden.“
Viele reagieren auch erleichtert darauf, dass das Ladenlokal nicht lange leer stand. „Endlich mal schöne Sachen wieder“, bekomme er häufig zu hören. Unterstützung kommt zudem aus dem lokalen Umfeld, etwa durch Social-Media-Aktivitäten benachbarter Geschäfte. „Die Menschen haben hier Lust auf etwas nNues – Das merkt man sofort“, so Mähnert.
Breite Auswahl und bewusstes Konzept
Im Sortiment setzt der Händler auf eine Mischung aus Möbeln, Gartenmöbeln und Accessoires in unterschiedlichen Preisklassen. „Ich gucke schon, dass ich hier eine Mischung habe, die auch preislich alles abdeckt“, erklärt er. Die Spannweite sei bewusst groß: „Ein Stuhl von 100 Euro bis 1.200 Euro – es ist für jeden etwas dabei .“
Dabei gehe es ihm nicht nur um den Verkauf, sondern auch um Beratung. „Wenn die Kunden sich die Zeit geben, dass man erklären kann, warum da ein Unterschied ist, dann ist das stimmig“, sagt Mähnert. Hochwertige Produkte könnten langfristig überzeugen: „Wenn ich dann sage, in 20 Jahren sieht der aus wie neu, dann versteht man das besser.“ Der Pop-up-Store dient ihm zugleich als flexible Plattform, um Produkte zu präsentieren und neue Ideen auszuprobieren. „Ich bringe hier noch jeden Tag ein bisschen was mit“, sagt er. Ob aus dem temporären Projekt eine dauerhafte Lösung wird, ist offen – doch der Start zeigt, dass das Konzept angenommen wird.

















