Mit einem frisch gezapften Bier in der Hand steht Hannes Renz hinter der Theke und erzählt, warum aus dem Storckshof in Barop wieder ein Ort für Begegnungen werden soll. „Menschen verbinden und von der Couch holen“ – das ist die Idee hinter der neuen Dorfkneipe im traditionsreichen Gebäude.
Die Geschichte des Storckshofs reicht Jahrzehnte zurück. Gebaut wurde die Immobilie einst von Renz’ Großvater Klaus Koch, einem Architekten. Bereits Ende der 1960er Jahre kaufte die Familie das Grundstück, Anfang der 1970er entstand das Gebäude. Über viele Jahre wurde die Gastronomie an Brauereien beziehungsweise Betreiber verpachtet. Zuletzt war die Radeberger-Gruppe involviert. Doch nach langer Suche fand die Familie niemanden mehr, der dauerhaft zum Konzept passte.
Von der Eventlocation zur Dorfkneipe
„Wir haben fast zwei Jahre nach Betreibern gesucht und nichts hat gepasst“, erzählt Renz. Für manche Interessenten sei das Objekt zu groß gewesen, für andere wirtschaftlich zu riskant. Irgendwann fiel deshalb die Entscheidung: Die Familie übernimmt selbst. Vor gerade einmal sieben Wochen begann die Umsetzung. Seitdem wurde renoviert, organisiert und parallel eine Firma aufgebaut. Viel Zeit blieb nicht. „Am nächsten Tag stand ich hier und habe angefangen“, sagt Renz. Unterstützung bekommt er von einem kleinen Team, das aktuell noch eingearbeitet wird. Geöffnet hat die Dorfkneipe im Storckshof zunächst dienstags bis donnerstags ab 16 Uhr. Die ehemalige reine Eventlocation soll künftig regelmäßig Menschen zusammenbringen – mit Konzerten, kleinen Veranstaltungen und klassischer Kneipenatmosphäre. Ab Juni sollen erste Live-Gigs folgen.

Lokale Produkte statt Großkonzerne
Besonders wichtig ist dem Betreiber dabei die lokale Ausrichtung. Statt großer Konzerne setzt die Kneipe bewusst auf Produkte aus Dortmund. Ausgeschenkt wird unter anderem Bier von Bergmann Brauerei. Auch Brot und weitere Zutaten stammen möglichst aus der Region. Kulinarisch orientiert sich das Konzept ein wenig an britischen Pubs: unkompliziertes Essen, gutes Bier und eine lockere Atmosphäre für alle Generationen. Neben Klassikern vom Fass stehen auch Spritz-Variationen, kleine Snacks sowie vegane und nicht-vegane Angebote auf der Karte.
Zwischen Architektur und Gastronomie
Der neue Betreiber bringt Erfahrungen aus einer ganz anderen Welt mit. Renz lebte mehrere Jahre in Hamburg, studierte Architektur und arbeitete anschließend für große Projektentwickler. Dort lernte er nach eigenen Worten zwei Seiten kennen: kreatives Denken und wirtschaftlichen Druck. Beides helfe ihm nun beim Aufbau der Kneipe. „Die schönsten Ideen bringen nichts, wenn kein Geld reinkommt“, sagt er offen. Trotzdem versteht er das Projekt nicht nur als Geschäft. Vielmehr soll der Storckshof wieder ein Ort für Begegnungen werden – ähnlich wie klassische Dorfkneipen früher funktionierten. Junge Leute, Familien, ältere Stammgäste oder Studierende sollen gleichermaßen Platz finden. Schon die ersten Abende hätten gezeigt, dass Interesse vorhanden sei. An einem der bisherigen Öffnungstage waren laut Betreiber zeitweise rund 100 Gäste vor Ort. Rund 80 Liter Bier seien dabei ausgeschenkt worden. Für Hannes Renz ist das erst der Anfang. „Diese Fachwerk-Hülle muss mit Leben gefüllt werden“, sagt er mit Blick auf den Storckshof – und auf die Idee seines Großvaters.

















