Wo früher Gemeindemitglieder zusammenkamen, ist heute ein moderner Ort der Begegnung entstanden. Im ehemaligen Gemeindehaus Norbert hat Anfang Januar eine neue Tagespflege eröffnet. Geleitet wird der Standort von Anja Gropengießer-Aßmann, die das Projekt von Beginn an begleitet hat.
2025 haben die Brüder und neuen Pächter Tomasjan die Zusage für die Pachtung des Geländes für 99 Jahre erhalten. „Das Bistum Paderborn hat eigentlich sofort das Okay gegeben, weil hier ein gemeinnütziger Standort geschaffen werden sollte“, erklärt sie.
Das ehemalige Gemeindehaus sei vielen Menschen im Stadtteil noch vertraut. „Vorher war es ja das ehemalige Gemeindehaus St. Norbert, wo die Menschen zusammengekommen sind. Und jetzt soll hier bei uns jeder kommen können“, sagt Gropengießer-Aßmann. Ziel sei es, dass die Gäste „zusammenfinden, Unterhaltung haben, Gleichgesinnte treffen, von zu Hause rauskommen und etwas Besonderes erleben“.
24 Plätze – mit Luft nach oben
Die Einrichtung bietet Platz für 24 Tagesgäste. „Das sind Vorgaben von den Behörden. Da wird es auf die Quadratmeteranzahl umgerechnet“, erklärt Gropengießer-Aßmann. Die Nachfrage ist Groß, derzeit besuchen die Gäste regelmäßig die Tagespflege, zwischen ein und vier Tagen pro Woche.
Ein kostenloser Probetag soll Interessierten die Entscheidung erleichtern. „Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass der erste Tag kostenlos ist, damit man keine Scheu hat“, so die Leiterin. Auch der Fahrdienst könne organisiert werden.
Ein häufiges Missverständnis betreffe die Finanzierung. „Viele denken: Ich habe einen Pflegegrad und bekomme Pflegegeld, Tagespflege kann ich mir nicht zusätzlich leisten“, berichtet sie. Dabei gebe es „ein extra Budget bei der Pflegekasse, über das wir die Tagespflege abrechnen können“. Übrig bleibe meist nur ein geringer Eigenanteil für Verpflegung.
Erleben statt nur beschäftigen
Inhaltlich setzt das Team auf Abwechslung. „Man soll halt was erleben. Wenn man sein Zuhause verlässt, brauchen wir kein Kino nachmittags machen. Fernsehen kann man zu Hause“, sagt Gropengießer-Aßmann. Stattdessen stehen Sitzgymnastik, Zeitungsrunden, Spiele oder kreative Angebote auf dem Programm – allerdings rotierend. „Wir wollen nicht, dass jemand, der immer montags kommt, nur Bingo spielt.“
Dass das Konzept ankommt, bestätigt eine Besucherin: „Mir gefällt es gut hier. Es ist wirklich angenehm, alle sehr lieb und nett – und das Essen schmeckt gut.“ Noch werde selbst gekocht und täglich frisch gebacken. „Bis sieben oder zehn Gästen kochen wir selber, danach würden wir einen Caterer nutzen.“
Gemeinsamer Neustart
Das Team kennt sich bereits aus vorheriger Zusammenarbeit. „Wir haben alle zusammen gearbeitet – in Iserlohn“, erzählt die Leiterin. „Wir wussten, wie der andere funktioniert und tickt.“ Der Wechsel in die Tagespflege sei bewusst erfolgt. „Stationär ist 24/7. Hier genießen wir die Vorzüge einer Tagespflege und können uns so voll und ganz auf unsere Gäste einlassen.“
Für die Gäste zählt jedoch vor allem der Alltag. Manche kommen aus der direkten Nachbarschaft, andere aus angrenzenden Stadtteilen. Einige bringen sogar Smartphone oder Tablet mit. „Wir haben Gäste, die sind total affin für Technik. Einer hat uns mit KI ein Karnevalsumzug-Foto erstellt“, berichtet sie lachend.
Was bleibt, ist der Anspruch, einen offenen Treffpunkt im Stadtteil zu schaffen. „Uns ist ganz wichtig, dass die Leute rauskommen, zu uns kommen und etwas erleben.“



















