Ein deutschlandweit einzigartiges Konzept
Der TuS Barop wollte auf seinem Vereinsgelände eine neue Trainingshalle errichten – ein Gebäude, das Bogensport, Turnen und Inklusionssport unter einem Dach vereinen sollte. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem alle Sport treiben können – vom Leistungsschützen bis zum Rollstuhlfahrer“, sagt Dr. Bernhard van Bonn, 1. Vorsitzender des TuS und einer der treibenden Kräfte hinter dem Projekt. Eine Halle mit modernem Lichtkonzept, barrierefreien Zugängen und Angeboten für Menschen mit motorischen Einschränkungen gehörte zum Kern des Vorhabens.
Finanzierung und Planung stand – Genehmigung nicht
Die Finanzierung für die rund zwei Millionen Euro teure Halle war weitgehend gesichert: Einnahmen aus dem Verkauf der alten Vereinshalle, umfangreiche Eigenleistungen der Mitglieder, Unterstützung durch Sportverbände und eine 300.000-Euro-Zusage der Aktion Mensch.
„Wir hätten morgen loslegen können“, sagt van Bonn.
Die Finanzierung war nahezu vollständig abgesichert, Fördermittel standen bereit, ein Architektenteam hatte bereits Detailpläne erstellt. Auch aus Politik und Sportverbänden kamen positive Signale und Unterstützung für das Projekt. Doch in einem Gespräch mit Bauaufsicht, Umweltamt und Stadtplanung wurde nun klar:
„Die Verwaltung, genauer das Bauordnungsamt, lehnt das Vorhaben ab und begründet ihre Ablehnung im Kern mit der baurechtlichen Einstufung des Geländes als Außenbereich. Dort sei Neubebauung nur in Ausnahmefällen zulässig – unter Verweis auf § 35 im Baugesetzbuch. Für die geplante Sporthalle sieht die Stadt mehrere sogenannte öffentliche Belange als beeinträchtigt – darunter Landschaftsbild, Naturschutz und die zusätzliche Versiegelung von Flächen.“
Der Verein hatte mehrere Gutachten beigesteuert, die jedoch nach eigener Aussage im Verfahren kaum Berücksichtigung fanden. Besonders irritierte, dass frühere positive Signale aus der Bauvoranfrage von 2020 nun keine Rolle mehr spielten.
Alternative Standortsuche
Stattdessen verwies die Verwaltung auf den einzigen möglichen Ausweg: Ein neuer Bebauungsplan muss her. Dieser würde jedoch Jahre dauern und ist für den Verein keine realistische Option, zumal zugesagte Fördergelder zeitlich gebunden sind. Die Verwaltung bot dazu an, bei der Suche nach einem alternativen Standort zu unterstützen. Doch van Bonn bleibt skeptisch: “Die Stadt selbst räumte schon ein, dass es im Großraum Barop, Eichlinghofen und Hombruch keine geeigneten Flächen gebe.”
Besonders bitter: Dortmund wirbt gemeinsam mit 15 weiteren Städten für Olympia 2040 in der Rhein-Ruhr-Region. Die geplante Halle in Barop hätte das Profil der Stadt als olympiatauglichen Trainingsort sicher gestärkt.
Nun bleibt dem Verein nur eine Übergangslösung für die nächsten Jahre. Die Vision einer bundesweit einmaligen Trainingshalle liegt vorerst auf Eis.

















