Noch vor wenigen Monaten sah es nach dem endgültigen Aus für die geplante Trainingshalle des TuS Barop aus: Die Stadtverwaltung hatte dem Projekt eine klare Absage erteilt, wie „Wir in Dortmund“ im November berichtete. Nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Am 15. September entscheidet die Bezirksvertretung Hombruch über den nächsten Schritt beim geplanten Hallenneubau des TuS Barop. Vereinschef Dr. Bernhard van Bonn macht im Gespräch deutlich, wie viel für den Verein auf dem Spiel steht – und wie er den Sorgen der Anlieger um Überschwemmungen begegnen will.
Worum es geht
Anders als es von außen wirken mag, fällt an diesem Tag noch keine endgültige Bau-Entscheidung. Es geht zunächst um den formalen Startschuss für ein reguläres Bebauungsplanverfahren. Wie van Bonn erklärt, hat die Stadtplanung intern bereits abgefragt, „welche Informationen vorliegen und welche nicht“ – etwa bei der Naturschutzbehörde oder der unteren Wasserbehörde. Für die fehlenden Informationen müssten dann „Gutachten entweder von vereidigten Sachverständigen oder dem Fachpersonal der Ämter erarbeitet werden“. Damit dieser Prozess starten kann, braucht es zunächst das „Go“ der Bezirksvertretung. Genau dafür bringt das Stadtplanungsamt am 15. September eine Beschlussvorlage in die BV ein.
Der Vereinsvorsitzende zeigt sich zuversichtlich, dass die Bezirksvertretung mitzieht: „Bislang gab es daran keine Zweifel.“ Sein Argument: Erst das beschriebene Verfahren könne „fachkundige Ergebnisse über die Frage, ob und wie eine Bebauung möglich ist“, liefern. Alles andere sei vorher „Spekulation“. Fällt die Entscheidung positiv aus, beginnt aus seiner Sicht die eigentliche Arbeit: „die Abarbeitung der offenen Fragen an Hand der zu erstellenden Gutachten.“ Am Ende – wenn kein Gutachten ergibt, dass etwas auch unter Auflagen nicht machbar ist – steht der Bebauungsplan. Dieser gebe vor, „wie gebaut werden darf und ob Ausgleichsmaßnahmen notwendig werden“.

Dass van Bonn so klare Worte findet, liegt am Konzept, das hinter dem Bauvorhaben steckt. Geplant ist keine gewöhnliche Sporthalle, sondern ein nach eigenen Angaben deutschlandweit einzigartiger Bau, der Bogensport, Turnen und Inklusionssport unter einem Dach vereinen soll – mit modernem Lichtkonzept, barrierefreien Zugängen und Angeboten speziell für Menschen mit motorischen Einschränkungen. Ohne einen Neubau fehlt dem Verein damit nicht nur mehr Platz, sondern die Grundlage für genau dieses inklusive Angebot. „Es gibt keinen Plan B mehr. Dieser lange und teure Weg ist eher schon Plan C.“ Bekomme der Verein keine Halle, müsse er sich verkleinern oder auflösen. Für die Stadt Dortmund wäre das aus seiner Sicht „ein Armutszeugnis“.
Antwort auf die Sorgen der Anlieger
Zur zentralen Befürchtung der Nachbarn – stehendes Regenwasser bis hin zu vollgelaufenen Kellern – verweist van Bonn auf das anstehende Verfahren selbst: Ob stehendes Regenwasser überhaupt zum Problem werden könne oder ob „die Geländeentwässerung durch die Halle nebst begrüntem Dach und weiteren ergänzenden Maßnahmen“ sogar verbessert werde, solle im Zuge des Verfahrens erarbeitet werden. Die Beauftragung durch die Bezirksvertretung sei damit „der Schritt vom Bauchgefühl zum Wissen“.
Der Verein selbst habe zudem naturgemäß „kein Interesse an einem Bau mit erhöhtem Überschwemmungsrisiko“, betont van Bonn. Sein Argument dafür klingt fast trocken: Das eigene Grundstück liege „elf Meter tiefer als die Grundstücke der besorgten Anlieger“ – im Ernstfall stünde man beim TuS also „schon bis zur Decke unter Wasser“, bevor überhaupt der erste Tropfen die Nachbargrundstücke erreiche.

















