Rund 200 interessierte Besucherinnen und Besucher haben am Sonntag die Eröffnung des Dortmunder Weltackers begleitet. Bei sonnigem Wetter wurde das Projekt, das auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern die weltweite Ackerfläche pro Mensch veranschaulicht, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Initiator ist der Ernährungsrat Dortmund und Region e. V., der damit einen neuen Bildungsort für nachhaltige Ernährung und globale Zusammenhänge geschaffen hat.
Eingebettet ist der Weltacker in die Flächen des Schultenhof Dortmund. Vor Ort konnten Besucherinnen und Besucher an Führungen und Mitmachaktionen teilnehmen, die Themen wie Landwirtschaft, Biodiversität und Klimaschutz anschaulich vermittelten. Angeboten wurden unter anderem ein Saatgut-Quiz, gemeinsames Aussäen, das Pflanzen von Sojabohnen sowie verschiedene interaktive Formate zum Perspektivwechsel. Auf dem Acker selbst wachsen rund 45 verschiedene Kulturen, deren Anteile bei Führungen erläutert wurden.
„Der Weltacker macht sichtbar, wie eng unser Alltag mit globalen Ressourcenfragen verbunden ist“, erklärte Katharina Hieber vom Ernährungsrat. Die positive Resonanz zeige, wie groß das Interesse an nachhaltiger Ernährung und globaler Gerechtigkeit sei.
Bildung zum Anfassen
Der Weltacker versteht sich nicht nur als Ausstellungsfläche, sondern als aktiver Lernort. Gemeinsam mit lokalen Partnern wie Querwaldein Dortmund e.V., Welthaus Dortmund und der Technische Universität Dortmund wurde ein Bildungsprogramm entwickelt, das sich insbesondere an Kitas, Schulen und außerschulische Einrichtungen richtet. Die Angebote sind handlungsorientiert angelegt und können kostenfrei gebucht werden.
Neben regelmäßigen Führungen sind bereits weitere Veranstaltungen geplant, darunter Sommer- und Erntefeste sowie gemeinsame Kochaktionen. Schon am 5. Mai steht mit „DEPOT ON TOUR: MIT RÜCKENWIND ZUR ERNÄHRUNGSWENDE“ eine Fahrradtour mit anschließender Führung und Kochaktion auf dem Programm.
Globale Themen lokal erfahrbar machen
Das Konzept des Weltackers basiert auf der Idee, die weltweit verfügbare Ackerfläche pro Mensch auf 2.000 Quadratmeter herunterzubrechen. Auf dieser Fläche wird dargestellt, wie viel Land für Nahrung, Tierfutter, Energiepflanzen oder textile Rohstoffe benötigt wird. Gleichzeitig werden Auswirkungen von Konsumverhalten auf Klima, Böden und Artenvielfalt sichtbar gemacht.
Der Dortmunder Weltacker ist Teil eines internationalen Netzwerks, das seinen Ursprung in Berlin hat und inzwischen an zahlreichen Standorten umgesetzt wird. Gefördert wird das Projekt unter anderem durch europäische Programme wie Horizon Europe. Mit dem neuen Standort in Dortmund entsteht ein Ort, der nicht nur informiert, sondern zum Mitmachen, Nachdenken und Austausch einlädt – und damit aktuelle Fragen rund um Ernährung und Nachhaltigkeit direkt vor Ort erlebbar macht.

















