Auf den Spuren seiner historischen Vorbilder begab sich Ende Januar wieder ein Nachtwächter auf seine Runde durch den Ort Huckarde, und unterwegs gab es einiges zu erfahren über dessen geschichtliche Hintergründe und Aufgaben. Eingeladen hatte der Historische Verein Huckarde (HVH), und zum Start des Rundgangs fanden sich alle Neugierigen an der Urbanuskirche ein.
Von Dietmar Krumhus – in authentischer Gewandung und ausgestattet mit dem obligaten Signalhorn – konnten die Anwesenden dann u. a. erfahren, dass die Dienstzeit der Nachtwächter sich von 21 bis 4 Uhr in der Frühe erstreckte und prinzipiell von allen Dorfbewohnern erwartet wurde, sich für eine gewisse Zeit dieser Aufgabe zu widmen. Wobei letztlich dann wiederum doch nicht alle gleich waren und man sich von der Pflicht freikaufen konnte.
Die ersten Meter der historischen Nachtwächter-Route führte diesen über den kleinen Friedhof im Schatten der Kirche. Zweimal allerdings wurde trotz der Nachtwachen im 19. Jahrhundert dort eingebrochen und in einem Falle – im März 1834 – sogar der Silberschmuck einer Marienstatue entwendet. Der weitere Weg des Nachtwächters führte zum Standort der ehemaligen Schmiede und Bäckerei Reinolsmann, galt es doch auch zu überprüfen, ob Handwerksbetriebe wie Mühlen oder eben Bäckereien und Schmieden ihr Feuer vorschriftsmäßig gelöscht und die Asche gesichert hatten.
Ein zusätzlicher Zwischenstopp wurde am ehemaligen Standort des Huckarder Prangers eigelegt: Ein Fleckchen Huckarde mit wahrhaft ungemütlicher Vergangenheit, sah der Strafkatalog für die vom rechten Weg Abgekommenen doch u. a. das Einbrennen von „Schandmalen“ oder das Anlegen eines Halseisens vor. Auch symbolisch wurde das Vergehen sichtbar gemacht, bei Obstdieben etwa durch das Umhängen einer Schnur mit Äpfeln und Birnen und bei Kupplern durch das Aufziehen einer „Schandmaske“.
Den Abschluss fand der Rundgang mit dem Nachtwächter wieder am Urbanushaus, wo zu einem gemütlichen Ausklang mit Glühwein, Bier und kleinen Häppchen geladen wurde.
Die nächsten Huckarder Nachtwächter-Rundgänge starten am 21. Februar und 27. März, jeweils um 19 Uhr. Treffen ist „zwischen St.-Urbanus-Kirche und der Domschänke“. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter 01525-5868200 bzw. unbedingt erforderlich

















