Eine Geschichte mit Happy End: Das wäre doch mal was gewesen! Und kurzzeitig sah es ja tatsächlich danach aus, als ob die harten Zeiten an Huckardes Gilden-Grundschule der Vergangenheit angehörten. Womöglich zu früh gefreut: Schon nämlich tauchen wieder ein paar dunkle Wolken am Horizont auf. Gründe hierfür sind zum einen Planungsdetails, den vorübergehenden Containerstandort der Schule an der Parsevalstraße betreffend. Zum anderen scheint sich die Stadtverwaltung mit dem Gedanken zu tragen, die bisherigen Pläne nachzukorrigieren, und zwar gewissermaßen „nach unten“. Wobei man sich hier noch im Bereich von Gerüchten bewegt.
Aber der Reihe nach:
Das der Schulgemeinschaft beim Infoabend am 8. Oktober vorgestellte Vorhaben beinhaltet aus Sicht der Elternpflegschaft vier Schwachpunkte bzw. Planungsfehler:
- Zum einen scheint man beim Container-Standort keinen Wert auf Barrierefreiheit gelegt zu haben. Ein behindertengerechtes Gelände dürfte zwar angesichts der weitgehend vorgefertigten Baukörper eine Herausforderung darstellen. Andererseits gibt es auch am jetzigen Standort bereits Kinder, die auf Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen sind. Die Elternpflegschaft drängt daher jetzt in einem offenen Brief an OB Alexander Kalouti darauf, dem Anspruch „Integration“ gerecht zu werden.
Mit dieser Forderung wurde man offenbar bereits während des Infoabends vorstellig. Der Vorschlag, das Problem u. a. über die Installation von Treppenliften zu lösen, wurde durch die Stadtverwaltung mit Verweis auf den Brandschutz verworfen. Die Eltern wiederum glauben inzwischen herausgefunden zu haben, dass derlei Auflagen dem Einbau der Lifte rechtlich gar nicht im Wege stünden: Ein durchaus spannender Aspekt also – eine Fehlinformation würde kein allzu vorteilhaftes Licht aus Schulamt werfen. - Für Verwunderung sorgte kürzlich außerdem der Umstand, dass offenbar in keinem der Schulcontainer Waschbecken verbaut bzw. vorgesehen sind. Hier verweist der offene Brief auf die Wichtigkeit von Hygienestandards im Allgemeinen und auf die Notwendigkeit, sich insbesondere im Kunstunterricht die Hände waschen zu können.
- Nicht einverstanden ist man außerdem mit dem Plan, weite Teile des Pausenhofs nicht zu teeren. Gerade bei Regenwetter befürchtet man ein sehr schnell sehr verdrecktes Gebäude.
- Auch der Verzicht auf Außentoiletten wird kritisiert, den nötigen zeitlichen Mehraufwand sowohl aufseiten der Kinder als auch der Lehrer *innen in den großen Pausen – Stichwort Aufsichtspflicht – hält die Elternpflegschaft für zu hoch. Auf Nachfrage unserer Redaktion konkretisierten die Eltern das und äußerten Unverständnis, warum der auf dem aktuellen Pausenhof genutzte Toilettencontainer nicht einfach auch am Übergangsstandort aufgestellt werden könne.
- Schlussendlich treibt die Eltern auch die Unklarheit um, was mit der Grundschul-Sporthalle geschehen wird. Hier gab es offenbar den Wissensstand, das Gebäude werde unabhängig vom restlichen Schulgebäude mit Leitungen versorgt und könne, da nicht baufällig, stehenbleiben. Neuerdings allerdings gibt es offenbar Gerüchte, auch die Halle müsse weichen. „Unsere Kinder haben ein Anrecht auf Sportunterricht“, heißt es im Brief der Pflegschaft an den Oberbürgermeister. Wobei das tatsächliche Problem vermutlich sogar noch gravierender wäre, denn auch einige Vereine müssten im Falle eines Sporthallen-Abrisses über Jahre in anderen Sportstätten unterkommen.
Dass bis zu einer Antwort aus dem Büro des Oberbürgermeisters ein paar Tage ins Land ziehen dürften, ist den Eltern bewusst. Grundsätzlich drängen sie allerdings auf Klärung, damit sich das gute Wetter der letzten Wochen nicht nur als kurzes „Zwischenhoch“ entpuppt. Fortsetzung: folgt – in der einen oder anderen Weise.

















