Das muss man erstmal hinbekommen: In ihrer Jugend war Carolin Strophff ein echtes Nachwuchsjuwel, gewann über die Sprintdistanzen u. a. einen westdeutschen Hallentitel sowie Staffel-Bronze mit der LGO bei deutschen Meisterschaften, und blieb bis zum Alter von 25 Jahren aktiv.
Danach folgte der Rückzug ins Privatleben inkl. Familiengründung: In den allermeisten Fällen eine Entscheidung ohne Rückfahrticket. Die jetzt 37-Jährige hingegen ist seit rund drei Jahren wieder da, nachdem sie sich mit selbst entwickelten Trainingsplänen – unterstützt von ihrem Ehemann – zurück in die Sprintelite gearbeitet hat.
Ihre Laufschuhe schnürt die Dortmunderin 2026 für den TSV Kirchlinde, bei dem sie einst auch die Karriere begann – und reiht eine imposante Leistung an die nächste.
Ihre Paradedisziplinen sind wie früher die 100, 200 und 400 Meter. Im Sommer 2025 bereits nutzte sie die Europameisterschaften in Portugal für ein Ausrufezeichen, bei den Master-Halleneuropameisterschaften in Polen nun lieferte die Rückkehrerin eine beeindruckende Serie an Spitzenleistungen ab.
Bronze über 400 Meter – und ein Lauf gegen eine Olympiasiegerin
Die Wettkämpfe fanden dabei in derselben Arena statt, in der nur eine Woche zuvor die Profis ihre Hallen-WM austrugen. Ein besonderes Highlight war der 400‑Meter-Lauf, in dem Strophff sogar gegen eine Olympiasiegerin antrat. Mit einer starken 58,37 Sekunden im Halbfinale qualifizierte sie sich souverän für den Endlauf, zeigte dort auf den letzten 100 Metern großen Kampfgeist und sicherte sich die Bronzemedaille. Im Speerwurf stellte die TSV-Athletin ihre Vielseitigkeit unter Beweis und holte mit 31,78 m einen weiteren 3. Platz.
Die Verantwortlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes waren zudem von ihrer Form so überzeugt, dass sie Strophff sowohl in die 4×200‑Meter‑Frauenstaffel als auch in die 4×200‑Meter‑Mixedstaffel beriefen. Beide Teams liefen zu Silber – ein weiterer Beleg für konstante Leistungsstärke.
„Unglaublicher Zusammenhalt“
Im Gespräch nach den Wettkämpfen zeigte sich die Sportlerin besonders von der Atmosphäre beeindruckt. Man habe sich gegenseitig angefeuert, unterstützt und für eine „unglaubliche Veranstaltung“ gesorgt. Mit zwei Silber‑ und zwei Bronzemedaillen sowie einem vierten Platz im Gepäck kehrte Carolin Strophff von einer der erfolgreichsten internationalen Meisterschaften ihrer Karriere nach Dortmund zurück – und setzt ein starkes Zeichen für den TSV Kirchlinde.

















