Im Jahr 2025 kann der Gewerbeverein Huckarde sein 75. Jubiläum feiern. Die Vorsitzenden des Gewerbevereins Christian Oecking und des Historischen Vereins Huckarde Dr. Günter Spranke haben sich deshalb zusammengesetzt, um die wechselvollen Begebenheiten aus der Geschichte der Huckarder Geschäftswelt in einer gedruckten Festschrift Revue passieren zu lassen.
Gelungener Auftakt
Bereits in den frühen Nachkriegsjahren, die noch geprägt waren durch Hamsterfahrten, Schwarzmärkte und Care-Pakete, fanden sich 1949 mehrere Geschäftstreibende aus Huckarde zusammen mit dem Ziel, einen Gewerbeverein zu gründen. Am 21. März 1950 war es dann soweit, dass sich 34 Kaufleute und Handwerker in der Traditionsgaststätte Schnitzler trafen, um einen „Gewerbeverein aller Kaufleute, Handwerksmeister, Einzelhändler und sonstigen Gewerbetreibenden im Bereich der Städtischen Verwaltungsstelle Dortmund-Huckarde“ zu gründen. Die Aufnahmegebühr in die neue Vereinigung wurde auf eine Mark festgelegt und die monatliche Mitgliedsgebühr sollte ebenfalls eine Mark betragen. Erster Vorsitzender des Gewerbevereins wurde der Textilhändler Karl Sprawe, der seinen Geschäftssitz in großzügigen Räumen in der Rahmer Straße hatte.
Im Laufe des Jahres 1950 gelang es, viele weitere Unternehmen von den Vorteilen einer Mitgliedschaft im Gewerbeverein zu überzeugen, auch weil das neue System der örtlichen Kundenbindung durch Rabattmarken die Treue der Kunden belohnte. Die ortsansässige Druckerei Brandt sollte noch bis zum Jahr 1973 die kleinen selbstklebenden Marken mit dem Logo HHH für Handel-Handwerk-Huckarde drucken. Diese wurden in vorbereitete Sammelheftchen geklebt und halfen den sparsamen Hausfrauen, manchen privaten Extrawunsch zu finanzieren. Zu den Aktivitäten des Gewerbevereins zählten zunehmend auch caritative Anliegen und so wurden beispielsweise Kinder aus Flüchtlingsfamilien in den Westfalenpark eingeladen. Somit gelang es über die folgenden Jahrzehnte, den Verein zu einer wichtigen gesellschaftlichen Größe im Ort zu machen. Größtes Ladenlokal im Ort war das kleine Kaufring-Kaufhaus der Familie Struck im Ortszentrum.
Solidarität mit den Bergleuten
Als im Jahr 1967 die Stilllegung der Schachtanlage Hansa im Raum stand, solidarisierten sich die Einzelhändler und Handwerksbetriebe mit den streikenden Bergleuten und in Huckarde fiel am Streiktag nicht nur der Schulunterricht aus und die Glocken sämtlicher Kirchen erklangen, auch die Ladenlokale und Werkstätten der Gewerbetreibenden blieben geschlossen. Auch in der Folge gelang es den Gewerbetreibenden unter dem Vorsitz ihrer Vorsitzenden Leopold Müller, Horst Zitterich, Bernd Scholz, Wolfgang Huhn und Heidrun Rennert den Verein mit Aktivitäten, wie Fußball-Turnieren, Fahrradtouren, dem Aufstellen eines Maibaums oder stimmungsvollen Weihnachtsmärkten fest im Ortsgeschehen zu verankern.
In Partnerschaft mit den örtlichen Vereinen, der Ortspolitik und dem Stadtbezirksmarketing konnte 2011 die Eigenständigkeit des Stadtbezirks durchgesetzt werden. In Folge blieben wichtige Einrichtungen, wie das Verwaltungszentrum oder der Wochenmarkt als Alleinstellungsmerkmale erhalten und die Aufenthaltsqualität im Ortszentrum konnte verbessert werden. Beitragen dazu konnte auch der seit 2014 im Ortsmittelpunkt installierte kostenlose WLAN-Hotspot. Auf Initiative des Vorstandes, dem seit 2012 der Immobilien- und IT-Unternehmer Christian Oecking vorsteht, war schon vorher eine Webcam am Marktplatz installiert worden. Unterstützt wurden die Öffentlichkeit auch in den Pandemie-Krisenjahren 2020 und 2021, indem die Huckarder Händlerschaft die hilfsbedürftigen Kunden der örtlichen Tafelfiliale im Rahmen der Initiative „Spendenzaun“ mit Lebensmitteln versorgte. Auch in Zukunft wird sich der Gewerbeverein um die Lebensqualität im Vorort kümmern und sich etwa für die Zurverfügungstellung von ausreichendem Parkraum und für Lademöglichkeiten einsetzen.

















