Biegt der Frühling um die Ecke, hat er in Huckarde seit vielen Jahren eine Bühnenkomödie im Gepäck. Die wird aufgetischt vom örtlichen Theaterverein und sorgte für gewöhnlich dreimal für einen proppevollen Veranstaltungssaal in der Alten Schmiede. Allerdings nur bis ins letzte Jahr – seitdem nämlich setzt der „TV Heiterkeit“ sogar jeweils vier Vorstellungen an.
„Volle Hütte“ aber konnte bis auf wenige Ausnahmen trotzdem vermeldet werden –was nicht weiter erstaunt, bringt die Huckarder Truppe doch die Begeisterung für ihr Tun durchgängig über die Rampe.
Auch diesmal kam das Publikum auf seine Kosten. Heißt: Die Handlung von „Für die Familie kann man nichts“ sparte nicht mit schrillen Typen und haarsträubenden Wendungen. „Normal“, so schien es, war unter den Mitgliedern der Familie Beierle gerade einmal Sohn Florian (David Jäger). Um sich versammelt hingegen hatte das selbst-erklärte „weiße Schaf“ der Sippe die merkwürdigsten Gestalten vom Alt-Hippie und Hobby-Hacker Onkel Willi (Ralph Sollmann) über die esoterische Schwester Hermine (Sandra Thäle) mit eigenwilligen Hygiene-Vorstellungen bis hin zum leicht beschränkten Erfinder Hubbi (Dennis Brummel), dessen Sprachfehler sein Übriges zum Gesamteindruck tut.
Als Willi schließlich einen Job als Leichenwagenfahrer annimmt und seine „Fracht“ aufgrund einer Autopanne im Hause Beierle zwischenparken muss, geraten die Dinge endgültig aus den Fugen. Zum Leidwesen insbesondere von Florian, der seiner vermeintlichen großen Liebe Tina (Lea Wloch) sicherlich gerne einen normaleren, standesgemäßeren Haushalt vorführen würde. Aber zum einen für die Familie kann man nun mal nichts!
Bestens gelaunt verfolgte das Publikum in der Alten Schmiede, wie der Abstand von einem Fettnäpfchen zum nächsten auf der Bühne kontinuierlich zu schrumpfen schien. Sicherlich der richtige Ansatz in diesem Zusammenhang, dass es sich das Publikum – z. B. beim Kaltgetränk – an Tischen gemütlich machen kann.
Am Ende jedenfalls dürften Kehle, Magen und natürlich Zwerchfell auf ihre Kosten gekommen sein. Mal ganz abgesehen davon, dass die Heiterkeit-Heimspiele auch Events sind, um sich wiederzutreffen und ein wenig gemeinsam zu quatschen: Ein echter Anker im Huckarder Kulturkalender, sozusagen.
Nach den Chaostagen der Familie Beierle geht die Bühnentruppe jetzt traditionell in die (Sommer-)Pause. In der nächsten Adventszeit gibt‘s dann beim Weihnachtsmärchen sicher ein Wiedersehen: Schließlich ist auch das schon längst ein Stück Vorort-Tradition.

















