In Huckarde steht eines der größten Dortmunder Schulprojekte der kommenden Jahre an: Die Gilden-Europa-Grundschule wird abgerissen und komplett neu gebaut. Grund ist ein schwerwiegender Bauschaden im alten Gebäude aus dem Jahr 1953. Zum Schuljahr 2031/32 soll die moderne neue Grundschule ihren Betrieb aufnehmen – inklusive zwei Sporthalleneinheiten, einer viergruppigen Kindertagesstätte sowie großzügig gestalteter Außenflächen.
Containerbau als Zwischenlösung
Bis dahin wird der Unterricht jedoch weiterlaufen in einer eigens errichteten Ersatzschule, die ab August 2026 auf dem Gelände zwischen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule und der Gilden-Europa-Grundschule an der Parsevalstraße entstehen soll. Der sogenannte Interimsbau ist ein Modellprojekt: Er besteht aus insgesamt 205 Containern, die die Stadt Dortmund angeschafft hat und später an anderen Standorten weiterverwenden kann. Auf einer Fläche von rund 3.500 Quadratmetern entsteht eine vollwertige dreizügige Schule mit Mensa, Bewegungsraum, Schulhof und Differenzierungsräumen, in denen Kinder in Kleingruppen arbeiten können.
„Die Bauzeit von nur 16 Monaten ist eine absolute Rekordzeit“, betont Ahmet Gönen von der städtischen Immobilienwirtschaft. Bereits im Mai 2026 sollen die Erdarbeiten beginnen, damit der Interimsbau rechtzeitig zu den Sommerferien fertiggestellt werden kann. Danach ziehen Schüler*innen und Lehrkräfte um – der Unterrichtsalltag soll so reibungslos wie möglich weiterlaufen.Um die Übergangsfläche bebauen zu können, müssen einige Bäume gefällt werden.
Warum überhaupt ein Neubau nötig ist, erklärte Sandra Menther vom städtischen Immobilienbetrieb: Nach einem Wasserschaden im Lehrerzimmer wurden gravierende Ausführungsmängel an der Betondecke entdeckt. Feuchtigkeit hatte über Jahre hinweg zu Schimmelbildung geführt – ein Konstruktionsproblem aus den 1950er-Jahren. Daraufhin untersuchten Statiker die Bausubstanz, öffneten Deckenbereiche und mussten Teile des Gebäudes absperren. „Eine Sanierung wäre unwirtschaftlich und technisch kaum sinnvoll gewesen“, so Menther. Der Unterricht konnte trotz aller Einschränkungen stets sicher fortgeführt werden.
Verkehr nicht vom Umzug betroffen
Auch das Verkehrsamt war in die Planungen einbezogen. Es prüfte die Verkehrsauswirkungen sowohl für den Interimsbau als auch für den späteren Neubau. Da die Ersatzschule keine höheren Schülerzahlen bedeutet, sind dort keine Veränderungen im Verkehrsaufkommen zu erwarten. Beim Neubau hingegen wird die Schule künftig vierzügig sein, zusätzlich entsteht eine Kita. Ein Gutachten sei laut Verkehrsamt jedoch nicht erforderlich – eine verkehrliche Abschätzung genüge, da die Rahmenbedingungen vor Ort grundsätzlich gegeben sind.
Während einer Informationsveranstaltung am 8. Oktober konnten Eltern, Schülerinnen und Anwohnerinnen ihre Fragen, Sorgen und Anregungen direkt an die Fachleute der Stadt richten. Alle Hinweise werden laut Stadtverwaltung gesammelt und in den weiteren Planungsprozess einbezogen.
Mit dem Abriss der alten Gilden-Europa-Grundschule ist im zweiten Halbjahr 2027 zu rechnen, der eigentliche Neubau startet Anfang 2029. Wenn alles planmäßig läuft, können die Kinder der Gilden-Europa-Grundschule zum Schuljahr 2031/32 in ein modernes, zukunftsfähiges Schulgebäude einziehen – ganz ohne Container.

















