Von winterlichen Anlaufschwierigkeiten kann beim Historischen Verein Huckarde in diesem Jahr keine Rede sein: Mehr als 45 interessierte Gäste durften begrüßt werden, als man sich in der Cafeteria des St.-Antonius-Hauses mit dem Thema „Jüdisches Leben in Huckarde – vergessene Familiengeschichten“ auseinandersetzte. Von Vorstandsmitglied Helga Stalba zuvor in akribischer Kleinarbeit recherchiert, referierte der zweite HVH-Vorsitzende Dieter Eichmann über die Geschichte der Familien Lindenbaum, Neugarten/Stern und Baum von den Anfängen im 18. und 19. Jahrhundert über ihr wirtschaftliches und gesellschaftliches Wirken bis zu den tiefen Einschnitten des 20. Jahrhunderts.
Erfahren konnten die Anwesenden u. a., dass der Grund für den Zuzug jüdischer Familien in Huckarde und Dorstfeld in den humaneren Bedingungen im damaligen Gebiet der Essener Fürstäbtissinnen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen liegen dürfte. Dortmund und Huckarde etwa durften gegenseitig die Märkte beschicken, und in Huckarde gab es ein gutes Einvernehmen zwischen Juden und den Alteingesessenen, die sich gegenseitig unterstützten. Auch für die Pogromnacht ist neben antisemitischem Verhalten auch einiger Beistand aus den Reihen der Bürger dokumentiert.
Der HVH folgte mit dieser seiner ersten öffentlichen Veranstaltung des laufenden Jahres dem erklärten Anspruch, die Erinnerungskultur zu pflegen und lokale Geschichte neu erzählt sichtbar zu machen.

















