Der Historische Verein Huckarde (HVH) Anfang Februar zu einem Stammtisch im Altenzentrum St. Antonius Haus zusammen. Der zweite Vorsitzende Dieter Eichmann begrüßte zahlreiche Mitglieder und Freunde des Vereins – unter ihnen auch Rektoren und Lehrer aus Huckarder Schulen.
Thema war diesmal die Huckarder Schulgeschichte, die ihren Anfang Anno 1663 nahm. Eichmann schilderte in beeindruckender Weise den zuweilen mühevollen „Schulweg”, den die Dorstfelder und Huckarder „schulmäßigen” Kindern durch die Jahrhunderte nehmen mussten. Es war die Zeit, als noch Pfarrer und Küster im bäuerlichen Huckarde “Schule hielten”. Ihre Aufgabe war es, den Kindern die religiösen und die für das weltliche Leben nötigen Kenntnissen zu vermitteln. Wann, so Eichmann, zum Religionsunterricht das Schreiben, Lesen und Rechnen hinzukamen, ist nicht wirklich bekannt, doch in alten Akten des Damenstiftes zu Essen und dem Huckarder Pfarrarchiv finden sich nach 1600 vermehrt Unterschriften der ortsansässigen Bauern, die den Schluss gestatten, dass Kenntnissen des Schreibens, vor allem aber des Namens gelehrt wurden. Die erste Erwähnung einer Schule in Huckarde geht auf das Jahr 1663 zurück, das bezeugt ein sogenanntes “Annotationsbüchlein” des Pfarrers Johann Bertram Zumkumpf.
Der Unterricht jener Zeit erfuhr allzu oft Unterbrechungen, da die Eltern einem regelmäßigen Unterricht zumeist hartnäckigen Widerstand entgegensetzten, da die Kinder in der Landwirtschaft, insbesondere bei der Ernte zu helfen hatten und das Vieh hüten mussten. Der Mangel an Büchern, das Fehlen an finanziellen Mitteln machten die Beschulung nicht immer einfach.
Eichmann stellte die zahlreichen Lehrer, die anfänglich auch das Küsteramt innehatten, vor – hob aber in besonderer Weise das Wirken des Lehrer Hermann Pöttings hervor, der zuvor in Castrop amtierte. Lehrer Pötting, trat sein Amt in Huckarde im September 1817. Er war es auch, der die erste Huckarder Chronik von 1829 bis 1840 verfasste. Von ihm stamme auch, als gelungene Zeichnung, Huckardes älteste Darstellung von 1830. Ein Teil der Geschichte widmete der Ortshistoriker den Wirren der beiden großen Kriege von 1914-18 und 1939-45. Zerstörungen und Wiederaufbau der Huckarder Schulen waren die Folge. Die Erzählungen Eichmanns erreichten schließlich den Zeitpunkt des Baues des ersten Schullokals aus Stein 1858, Augusta-Schule genannt. die 1909 zum Huckarder Amtshaus wurden und 100 Jahre später dem neuen Verwaltungsgebäude am Markt weichen musste.
Auch die beiden Schulen in Deusen, die Grafenschule, die 1984 ebenfalls ihr 100-jähriges Jubiläum feierte und auch die Michaelschule, die gegen 1960 geschlossen werden musste, weil nur noch sieben Schüler/innen im Hause waren. Auch die Gründung der Gustav-Heinemann-Gesamtschule auf dem ehemaligen Areal der Huckarder Ringofenziegelei fand Erwähnung.
Abschließend ging Eichmann auch auf die momentane Situation der Gilden-Europa-Schule ein, die vom baulichen Zustand abgerissen werden muss, doch nach einem Zeitplan wieder an gleicher Stelle ihre schulischen Aufgaben wahrnehmen soll – auch wenn dies erst in den Jahren 2031/32 sein soll. Der Schulunterricht wird in der Zwischenzeit in einem Containerbau an der Parsevalstraße zwischen Gustav-Heineman-Gesamtschule und Varziner Straße (Poldiplatz) weiter gehen.

















