Am Katholischen Krankenhaus Dortmund-West wurde am 18. Mai 2026 die „Zonta-Bank“ offiziell eingeweiht. Die leuchtend orangefarbene Sitzbank ist Teil der internationalen Kampagne „Zonta Says NO“ und macht Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum sowie im Gesundheitswesen sichtbar.
Die Initiative stammt vom Zonta Club, einem weltweiten Zusammenschluss engagierter Frauen, die sich für die Verbesserung der politischen, rechtlichen, sozialen und gesundheitlichen Situation von Frauen und Mädchen einsetzen. Mit der Installation der Zonta-Bank wird ein Ort geschaffen, der zum Innehalten einlädt und zugleich als niedrigschwelliger Zugang zu Informationen und Hilfsangeboten dient. Finanziert wurde die Bank aus Mitteln der Bezirksvertretung Huckarde. Die Aufstellung erfolgte durch die Interessengemeinschaft Kirchlinder Vereine.
Das Katholische Krankenhaus Dortmund-West gehört zur Kath. St. Paulus Gesellschaft, die sich seit mehreren Jahren aktiv am Orange Day beteiligt und damit ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzt. Auch die weiteren Krankenhäuser der Gesellschaft engagieren sich regelmäßig in entsprechenden Aktionen. Neben dem Katholischen Krankenhaus Dortmund-West nehmen in diesem Jahr auch das St. Josefs Hospital Dortmund sowie das St. Rochus Hospital Castrop-Rauxel an der Aktion teil. Am St. Johannes Hospital in der Dortmunder Innenstadt befindet sich bereits eine Zonta-Bank als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.
Die Bedeutung des Themas reicht unmittelbar in den medizinischen Alltag hinein. Krankenhäuser sind häufig erste Anlaufstellen für Betroffene von Gewalt – unabhängig davon, ob diese offen angesprochen wird oder nicht. Daher ist es im Gesundheitswesen besonders wichtig, aufmerksam zu sein, sensibel zu handeln und klare Strukturen zur Unterstützung Betroffener vorzuhalten.
Die orangefarbene Bank steht somit nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch symbolisch für die Verantwortung medizinischer Einrichtungen, hinzuschauen, anzusprechen und Hilfe zugänglich zu machen. Über Hinweise auf der Bank wird unter anderem auf das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) sowie auf die Hotline der Frauenberatung in Dortmund (0231 521008) verwiesen, die rund um die Uhr anonym und kostenfrei erreichbar sind.
Gewalt gegen Frauen betrifft alle gesellschaftlichen Schichten und ist kein Randphänomen. Häusliche Gewalt findet täglich statt und bleibt häufig im Verborgenen. In Deutschland stirbt im Schnitt etwa jeden zweiten Tag eine Frau infolge von Partnerschaftsgewalt. Diese Realität zeigt, dass gesetzliche Regelungen allein nicht ausreichen, um Gewalt nachhaltig zu verhindern. Es braucht ein gesellschaftliches Umdenken und konsequentes Handeln in allen Bereichen – auch im Gesundheitswesen.
Sabrina Meder-Conrad, Pflegedienstleitung und Präventionsbeauftragte des Katholischen Krankenhauses Dortmund-West, betonte im Rahmen der Einweihung: „Als Krankenhaus sehen wir immer wieder die körperlichen und seelischen Folgen von Gewalt. Die Zonta-Bank ist für uns ein sichtbares Zeichen, dass wir hinschauen, zuhören und Betroffene nicht allein lassen.“
Der ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Dr. med. Ralf Kötter, ergänzte: „Medizinische Versorgung endet nicht bei der Behandlung von Verletzungen. Wir tragen Verantwortung, Hinweise auf Gewalt ernst zu nehmen und Betroffene aktiv auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen.“
Mit der Zonta-Bank setzen das Katholische Krankenhaus Dortmund-West und der Zonta Club gemeinsam ein dauerhaftes Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Sie soll nicht nur mahnen, sondern auch ermutigen: hinzusehen, anzusprechen und Unterstützung zu suchen, um Gewaltspiralen frühzeitig zu durchbrechen.

















